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Klarer Sieg für André Neumann bei der OB-Wahl

Der klar und eindeutige Sieg von André Neumann bei der OB-Wahl in Altenburg sagt deutlich aus, was Bürgermeisterwahlen ausmacht. Es kommt dabei eben auf die Kandidaten an und nicht auf Parteizugehörigkeit oder Parteienverdruss.

Was ich zuvor aus meist unberufenem Munde gehört hatte, spottete ohnehin jeder Beschreibung: Einerseits ist ein Bürgermeister keine Majestät, die nach Gutdünken handeln kann, andererseits kein Magier, der alles verändern kann. Doch ein drittes Argument zeugt von politischer Dummheit: Die „etablierten Parteien“ hätten nun Zeit genug gehabt, die Geschicke der Stadt zu richten, nun seinen „Alternativen“ nötig. Die Menschen in der Stadt, die so geredet haben, meinten damit klar eine „Rechtsausrichtung“, sagen es aber nicht. Irgendwie haben sie dabei nicht verstanden, was ein Bürgermeister tut und wie schwierig es für ihn ist, das Ungleichgewicht der Wünsche und Vorstellungen in geordnete Bahnen zu lenken.

Altenburg befindet sich seit Jahrzehnten in einem Dilemma, das sich in etwa so darstellt: Da ist eine mehrheitlich konservative, teils rückwärtsgewandten und überalterten Wohnbevölkerung. Dann hat man einen als uneinig und entscheidungsschwach geltenden Gemeinderat. Und mit dem Einen wie mit dem Anderen wird sich der neue Überbürgermeister auseinandersetzen müssen, dem man zutrauen darf, die Zukunft der Stadt im Blick zu haben.

André Neumann hat es geschafft

Laut dem offiziellen Portal "Wahlen in Thüringen" wird André Neumann (CDU) neuer Oberbürgermeister der Skatstadt. Man kann nur hoffen, dass er tatsächlich so innovativ wird, wie er im Wahlkampf behauptete.

Im Moment fällt mir ein Stein vom Herzen, dass es in Altenburg keine Stichwahl mit einem Kandidaten des rechten Spektrums gibt.

Die genauen Ergebnisse aller Bewerber/Bewerberinnen finden Sie bei Altenburg TV.

Ein Bürgermeister wundert sich …

Der Altenburger Bürgermeister Michael Wolf will etwas nicht wahr haben, was die Spatzen von den Dächern pfeifen: Der Landkreis steht in jedem sogenannten „Rankings“ schlecht da. Und zwar nicht nur „schlecht“, sondern am unteren Ende, dort, wo wirklich nur noch die Landkreise stehen, die für die Wirtschaft völlig unattraktiv sind. Im FOCUS-Ranking, das gerade in aller Munde in der Stadt ist, nahm das Altenburger Land Platz 379 von 382 Landkreisen in Deutschland ein.

Ist dies nun eine Ausnahme? Kann man sich diese Zahlen schönreden? Mir liegt eine andere Studie vor, der PROGNOS Zukunftsatlas. Und auch er beweist: Die Zahlen für das Altenburger Land sind nicht nur extrem schlecht, es ist auch keine Besserung zu erkennen. Berücksichtigt man alle Faktoren, so liegt das Altenburger Land in dieser Studie auf Platz 391 von 402 – doch das kann kein Trost sein, denn insbesondere bei der Bevölkerungsentwicklung bekam eine miserable Note (Platz 395). Bei Wettbewerb und Innovation sowie bei der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit liegen ähnlich miese Noten vor, und nur ein bescheidener Wohlstand der Bürger (Platz 343) rettete das Altenburger Land davor, noch weiter abzufallen.

Klar – das ist nicht die Schuld des Altenburger Bürgermeisters. Aber es ist und bliebt eine Tatsache, und Tatsachen kann man nicht schön reden. Und da passte es nun einmal nicht, wenn er jetzt gegenüber der örtlichen Zeitung behauptet, von „Rankings gar nichts zu halten“.

Das mag seine private Meinung sein: aber Rankings sind ein Spiegel, der auf Daten und Fakten beruht – und den man besser ernst nimmt, und den man nicht einfach abtun kann. Zumal, wenn zwei ähnliche Bewertungen zu dem gleichen Ergebnis kommen.

Es ist nicht nötig, zu sagen, was man alles gut und richtig macht. Richtig ist, Daten und Fakten ernst zu nehmen und das Altenburger Land aus dem miesen Ranking herauszubringen. Und der Bürger erwartet Antworten auf die Frage, wie die Politiker in Landkreis dies bewerkstelligen wollen.

Landkreis Altenburg – stark oder schwach?

Rankings sind ein bisschen wie Orakel, verstecken sich aber hinter Objektivität. Und so ist es auch dem Altenburger Land ergangen: Im Ranking des „Prognos Zukunftsatlasses 2016“ von 402 Landkreisen (Kreise und kreisfreien Städten) liegt das Altenburger Land im Durchschnitt nur auf Rang 391 von 402. Das allerdings ist nicht das Entscheidende: Dem Landkreis werden „hohe Risiken für die Zukunft“ attestiert, die vor allem aus einer unerklärlichen Dynamikschwäche des Landkreises entstanden sind. Wer sich die Karte ansieht, wird feststellen: Alle Anrainer des Altenburger Landes entwickeln sich dynamischer als das Altenburger Land, selbst der Vogtlandkreis und der Erzgebirgskreis.

Dass Stillstand immer Rückschritt ist, sollte dies die Verantwortlichen der Stadt Altenburg und des Landkreises Altenburg eigentlich alarmieren, doch wie man in verschiedenen Zeitungen lesen kann, geht dies zumindest der zuständigen Landrätin kalt den Rücken herunter. Jedenfalls ergab die Reaktion auf die Studie bislang kaum mehr als die üblichen Schuldzuweisungen und Ausreden. Nachdem Detlef Zschiegner (FDP) Die Landrätin Michaele Sojka (Die Linke) etwas unqualifiziert angriff, konterte diese mit dem üblichen Larifari: „Niemand habe in der Zeit knapper Kassen ein Patentrezept“.

Nein, das erwarten wir nicht – aber wir erwarten als Bürger, dass Politiker überhaupt ein Konzept haben. Und dieses Konzept müsste vielleicht auch noch überzeugend sein und sichtbare Früchte tragen. Da reicht es eben nicht, sich hinter Floskeln zu verstecken wie „es gäbe durchaus Fakten, die eine positive Entwicklung erkennen ließen.“

Aha, „durchaus“. Nur: Wo sind sie? Worauf zielen sie? Wann werden sie wirksam? Beleidigt sein ist auch keine Lösung.

Brüderkriche bis auf den letzten Platz gefüllt

Auch die letzten Plätze auf der Empore waren besetzt,
Gestern war die Altenburger Bürderkriche bis auf den letzten Platz mit positiv denkenden Menschen gefüllt, die ein Zeichen gegen populistische Parolen setzen wollten. Kaum jemand hatte damit gerechnet, dass so viele Bürger kommen würden.

Zeitzeichen aus Altenburg

Altenburg - 19.Oktober 2015

Zeitzeichen: Bürger guten Willens versammeln sich vor der Brüderkirche, um ein Zeichen für Lebensfreude, Zuversicht und Toleranz zu setzen. Im Hintergrund die Anhänger von Thügida.

Rote Nebel über Thüringen – oder Lichtgestalt Ramelow?

Bevor ich mich politisch äußere, gehe ich gerne über den Markt. Oh, es gibt sie weiterhin: Thüringer Würste mit Thüringer Senf. Soviel hat die Wahl von Bodo Ramelow zum ersten linken Ministerpräsidenten also nicht verändert. Doch die Gespräche auf dem Markt zeigen: Nun liegt roter Nebel über Thüringen. Kaum jemand weiß, was die neue Regierung will oder kann, und nur wenige trauen ihr etwas zu. „Das Regieren wird wohl schwer werden, aber ich denke, sie schaffen es, das Land zu verwalten. Das ist auch wichtig.“ Ein Satz aus dem Nebel, der vermutlich mehr Wahrheit beinhaltet, als es der neuen Regierung lieb sein kann.

Nein, da fehlt eindeutig das proletarische Triumphgeschrei, das viele erwartet haben, wenn zum ersten Mal ein dunkelroter Ministerpräsident gewählt wird. Möglich, dass diejenigen Thüringer, die immer noch der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands nahestehen, nicht viel halten von Bodo Ramelow - den die "Frankfurter Rundschau" als den „Gemäßigtsten der Gemäßigten in der Linkspartei“ bezeichnete.

Wie kam es, dass die Linkspartei, die immer noch eher die SED-Nachfolgepartei gilt, in Thüringen zu so viel Macht bekam?

Die Linkspartei profitiert vom Versagen der CDU und der Schwäche der SPD

Da wäre zunächst die Vorgeschichte: Die CDU in Thüringen stellet zwar bisher die Ministerpräsidentin, doch fehlte es ihr als Person und der CDU als Partei an Profil. Ein bisschen Bürgerlichkeit, ein bisschen Christentum, die Werte von Ehe und Familie - das begeistert auf Dauer keinen Menschen im Osten. Hinzu kommen die Unzufriedenen von überall, aber eben auch vom rechten Rand. Von dort also, wo die Demokratie dem Kanarienvogel des Bergmanns gleicht: Zuerst sterben ein Paar Freiheiten, dann stirbt auch der Rest der Demokratie. Auf der anderen Seite sieht es ebenso kläglich aus: Die SPD ist in einem beklagenswerten Zustand, weil sie in Ostdeutschland keine Verankerung in der Arbeiterschaft und der kritischen Bürgerschaft hat. Bliebe also die Linkspartei, die heute als eine Art „Heimatpartei des Ostens“ angesehen wird. Viele Thüringer identifizieren sich mit ihr so stark wie mit der Rostbratwurst. Deshalb wählt man sie. Kaum jemand der vielen Linkswähler wollte vermutlich den gemäßigten Ramelow wählen, aber nun hat man es eben die Linkspartei gewählt, weil man im Herzen immer noch „DDR“ ist.

Am Ende wurde Bodo Ramelow also zum Ministerpräsidenten gewählt – niemand hat es mehr verhindern können, und vermutlich hat es auch niemand mehr verhindern wollen, zumal die „alte Tante CDU“ am Ende nur noch das erbärmliche Bild eines politischen Trödlers hinterließ. Aus dieser Sicht steht Bodo Ramelow als Person tatsächlich wie ein Hoffnungsträger da. Nun muss er nur noch politisch wirksam werden, muss beweisen, dass ein Mann ohne einschlägige Erfahrung, mit Gegnern in der eignen Partei und zwei Koalitionspartnern, auch zum Regieren bereit ist.

Interessant für die Betrachtungen außerhalb Thüringens: Der politische Kommentator der „Frankfurter Rundschau“, Stephan Hebel, reklamiert bereits, dass Ramelow möglicherweise nicht „links genug“ ist und behauptet, „dass … auch im demokratischen Spektrum noch Platz ist links von Ramelow.

Es ist Stephan Hebels gutes Recht, dies zu schreiben. Aber er deckt damit auf, dass der Kommunismus von vielen Redakteuren nicht als Gefahr, sonder, als demokratischer Segen angesehen wird. Und das geht mir einen Schritt zu Weit, zumal, wenn man dies aus einer westdeutschen Redaktionsstube heraus schreibt. Was wäre wohl, wenn ein Redakteur in Deutschland geschrieben hätte: „Es gibt im demokratischen Spektrum noch einen Platz jenseits von Bernd Lucke?“

Abgesehen von der Lobpreisung aus dem deutschen Westen - noch liegt viel roter Nebel über der zukünftigen Politik in Thüringen. Wem es ein Trost ist: 34 Prozent Thüringens bestehen aus Wald. Dem schadet der Nebel nicht. Und man wir wohl schaffen, die restlichen 66 Prozent noch irgendwie zu verwalten.

Wie die innere Wiedervereinigung geistig torpediert wird

Friedrich Schorlemmer ist ein angesehener Mann, daran kann kein Zweifel bestehen, und er verdient dieses Ansehen. Auf der anderen Seite ist er einer jener Menschen, die glauben, die Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit für sich gepachtet zu haben. Nicht wenige evangelische Pfarrer, die ich kennenlernte, sind von ähnlicher Natur. Ihr Motto könnte sein: „Gott ist gerecht, und will ich an ihn glaube, ist mein Urteil über die Welt ebenso gerecht.“

Dieser Herr Schorlemmer hat einen Artikel verfasst, nachzulesen bei ihm selbst, aber auch veröffentlicht in der „Leipziger Volkszeitung“. Seine wesentlichen Aussagen bestehen in dreierlei. Erstens, dass Friedrich Schorlemmer der edlere und aufrichtigere Mensch gegenüber Wolf Biermann ist. Zweitens, dass es ganz schlecht und ganz falsch war, was Biermann im Bundestag sagte, und drittes, dass sich die armen Bescholtenen nicht einmal wehren duften.

Biermann sei, so Schorlemmer, ein „begabter Narziss und ein gefährlicher Rechthaber“ – Attribute, die etwas abgewandelt auch für Friedrich Schorlemmer zutreffen könnten, wenn sie wahr wären. Einen 78-jährigen Poeten und Liedermacher ohne Gewaltpotenzial einen „gefährlichen Rechthaber“ zu nennen, ist schon von Grund auf eine Unverschämtheit. Doch es kommt noch dicker: Schorlemmer vergleicht Biermann mit Mielke, um ihn mit niederträchtiger Polemik anzugreifen:

Er wendet sich an die Linken mit seiner herrschaftlichen Ihr-Anrede, um sie niederzumachen, dieser ehemalige Genosse. Der letzte, der solches herrschaftliches „Ihr“ in einem deutschen Parlament gebraucht hatte und dafür ausgelacht wurde, war vor fast genau 25 Jahren Erich Mielke am 13. November 1989 in der Einheitsfront-Volkskammer gewesen.


Nun gut, mag man sagen, da greift ein älterer Pfarrer einen bereits außerordentlich betagten Liedermacher an, der ihm nicht liegt. Was soll’s? Was gehen uns diese beiden Personen der Geschichte eigentlich noch an?

Wer dieser Meinung ist, wird bald eines anderen belehrt. Schorlemmer weiß das Volk der Ex-DDR hinter sich. Wie so viele andere war er ein Gegner der Wiedervereinigung des deutschen Volkes. Doch während sich bei anderen durchsetzte, dass es keinen „Sonderweg DDR“ geben könne, wollte Schorlemmer ihn. Und er steht bis heute dazu. Ziel war damals, eine politische und wirtschaftliche „Vereinnahmung“ der DDR zu verhindern. Seither pflegen viele Ex-DDR Bürger die Illusion, es wäre damals möglich gewesen, aus dem ökonomischen und ideologischen Trümmerhaufen DDR aus eigener Kraft einen neuen Staat zu schaffen. Wahrscheinlich wird sich diese Märchen noch lange halten. Zugleich aber torpediert man mit dieses Wunschvorstellungen die „innere Wiedervereinigung“, und der erste Satz dazu würde heißen: „Ich bin Demokrat, Deutscher und Europäer.“

Ein Teil der Ex-DDR-Bürger klatschten Schorlemmer Beifall. „Die Mehrheit der DDR-Bürger“, so tönt ein Leser der LVZ, habe ich eine „selbstbewusste, eigenständige, mit dem Westen Deutschland friedlich konkurrierende DDR gewünscht.“

Man könnte, wenn man wollte, die Rhetorik dieses Satzes untersuchen, und würde man es tun, so würde, man feststellen, dass er „das Gestern“ zementiert: „DDR-Bürger“, „der Westen Deutschlands“, die „friedliche Koexistenz zweier deutscher Staaten.“

Auch die konnte man unschwer aus den vielen positiven Leserbriefen an die LVZ herauslesen: Vielen Menschen ist immer noch nicht klar, dass man zu Anfang einen falschen Eindruck von der eigenen Situation haben kann, ihn aber später durchaus korrigieren darf. Denn nicht nur in der damaligen DDR gab es Mahner, die vor einer Wiedervereinigung warnten, in der „alten Bundesrepublik“ war sie ebenfalls umstritten. Heute, gegen 25 Jahre danach, sollten eigentlich beide Seiten froh sein, dass sich diejenigen durchsetzten, die eine Wiedervereinigung wollten.

Übrigens wäre es schön, wenn die Menschen in Brandenburg, Sachsen, Sachen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern endlich sagen würden, sie seien Deutsche, von Europäern ganz zu schweigen. Aber selbst das scheint ihnen schwerzufallen.

Unmittelbare Auswirkungen – wie die Sozis kleine Unternehmer ruinieren

Selbstverständlich kann man ein kleines Unternehmen führen, das „seinen Mann“ ernährt. Selbstausbeutung bleibt erlaubt, sogar im Sozialismus. Aber wehe, man benötigt Mitarbeiter. Dann muss man neu kalkulieren – und nicht selten stellt man dann fest, dass die Mitarbeiter unterm Strich etwa soviel verdienen würden wie man selbst – wenn nicht mehr

Nachdem die Sozialisten in Deutschland ihre Forderungen durchgeboxt und einen Mindestlohn durchgesetzt haben, stehen viele kleine Betriebe vor der Frage: Lohnt es sich unter diesen Voraussetzungen überhaupt noch, weiterzumachen? Gewiss, man kann versuchen, die Mehrkosten auf die Kunden abzuwälzen: Besonders trifft es Taxiunternehmer, Floristen, Friseure, allgemeine Dienstleistungen und Bäcker – aber auch das Hotel- und Gaststättengewerbe.

Bei den Kleinunternehmern gibt es kaum ein anderes Thema derzeit: Die erheblichen Lohnsteigerungen (teils gegen 2,50 Euro pro Stunde) sind in der Kalkulation nicht drin – sie werden sofort auf die Preise umgelegt. Die Bäckerwarenverkäuferin rechnet mir vor, dass der Preis für meine Lieblingsschnitte um 20 Cent steigen wird - gegen 15 Prozent. Für mich kein Problem, aber was ist mit den Menschen, die mit jedem Cent rechnen müssen? Die Renterinnen und Rentner, die von erbärmlich niedrigen Renten leben müssen? Alleinerziehende Mütter, die nicht in den fragwürdigen „Genuss“ das Mindestlohns kommen werden, weil sie in ihren Lehrberufen kaum mehr verdienen, als es jetzt jedem Hilfsarbeiter zusteht? Lohnt es sich dann noch, eine Lehre zu absolvieren?

„Wenn die Kunden die Preiserhöhungen nicht annehmen, wird der Chef schließen müssen“, sagte mir die Backwarenverkäuferin. Es wäre Schade drum.

Merkwürdig, dass die sozialistische Bevormundung nun wieder in die EX-DDR zurückkehrt – durch West-Sozis. Beunruhigend nur, dass die Partei „Die Linke“ noch extremere Parolen ausgibt. Aber von der ist man ja auch nichts anderes gewöhnt. Der Mindestlohn, da sind sich fast alle einig, sogar die Sozis, wird Arbeitsplätze kosten, statt welche zu bringen. Das wird zynisch hingenommen – Hauptsache, man ist ein guter Sozialist, Kommunist oder Sozialdemokrat. Dann kann man Sonntagsreden halten, dass man etwas gegen den Kapitalismus und für die „kleinen Leute“ tut.




Thüringen: Die Zukunft mit der SPD ist die Zukunft ohne SPD

Die SPD Thüringens, immer schon schwächelnd und nun am Rande der politischen Bedeutungslosigkeit (12,4 Prozent Wählerstimmen), hat sich vermutlich endgültig ins Abseits manövriert. Denn der Entschluss, die bürgerliche Mitte zu verlassen, wird sie in Zukunft für Thüringens Bürger noch unattraktiver machen, als sie es ohnehin schon ist.

Der Grund ist einfach: das tatsächliche „linke“ Wählerpotenzial im Sinne der kritischen Intellektuellen und veränderungswilligen Bürger, die einst im Westen Willy Brandt und Helmut Schmidt wählten, waren keine Herzensliebhaber der Sozialdemokratie. Sie waren vielmehr Menschen, die den Muff aus der Gesellschaftsordnung der 1960er Jahre herausblasen wollten. Sie glaubten an den Fortschritt in Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft und wollten die Zukunft Deutschland in einem neuen Licht gestalten – und ganz überwiegend nicht im sozialistischen Mief. Wenn sich die SPD jetzt nach Linksaußen wendet, sei es in Ost oder West, findet sie dort nur Bürger, die ohnehin Linkspartei wählen – auch in Thüringen.

Man muss sich in darüber klar sein, dass der Sozialismus in seinen vielen Varianten (und eben auch in der DDR-Variante) für viele Menschen in Ostdeutschland immer noch ein nostalgisch verklärter Hoffnungsträger ist. Es sind, wie man aus Gesprächen entnehmen kann, vor allen Personen, die erwartet hatten, dass nach der Wende alles bleiben würde, was man als „bequem“ lieb gewonnen hatte – und die bitter enttäuscht waren, als die nicht der Fall war. Diese Menschen sind es, die „Links“ wählen, und sie sehen keine Veranlassung, die SPD zu wählen. In Wahrheit wissen sie gar nicht, was die SPD für die Entwicklung Deutschland nach 1945 bedeutete, und sie wollen es auch gar nicht wissen, weil die gesamtdeutsche Geschichte niemals in Ihre Köpfe drang.

Wahrscheinlich wird die SPD in Thüringen nun noch für einige Jahre Juniorpartner der Partei „die Linke“. Anders als die Grünen, die dabei vielleicht noch mit Umweltthemen glänzen können, hat die SPD nichts zu bieten als die zweite rote Farbe in Rot-rot –also mit anderen Worten: überhaupt nichts.

Thüringen wird all dies nicht guttun. Sollte rot-rot-grün wirklich eine Regierung bilden, so stehen die Zeichen für wirtschaftlichen Rückenwind schlecht. Sozialistische Politik hat noch nirgendwo zu wirtschaftlicher Prosperität geführt – und eine starke, innovative Wirtschaft ist es, was dieses Land wirklich braucht.

Altenburg: SPD-Stadtpolitik abgestraft

Der Pflasterstolperer hatte es munkeln hören: Die Politik der SPD im Rathaus und die für den Bürger vielfach unverständliche Haltung des SPD-Oberbürgermeisters würden bei der Wahl zum Stadtrat abgestraft. Demnach verliert die SPD vier Sitze im Stadtrat, die CDU gewinnt vier hinzu und entsendet nunmehr neun Vertreter in den Altenburger Stadtrat. Gelohnt hat sich’s auch für das Stadtforum, die „neuen Grünen“. Die sich als „Intellektuellen-Partei“ verstehende Gruppe kann mit drei Mitgliedern (zuvor ein Mitglied) in den Stadtrat einziehen. Für die mit viel Populismus angetretene Gruppe „Pro Altenburg“ blieb es bei sechs Sitzen – und einen Sitz gab es immerhin noch für die FDP (zuvor zwei). Die Linkspartei verlor einen Sitz und hat nun nur noch acht Mitglieder im Gemeinderat der Stadt Altenburg.

Quelle: Wahlen Thüringen.




Barbarossa-Abgesang – und wo ist „Plan B“?

Es ist Zeit, das Ende von Barbarossa zu verkünden: Es wird nichts aus Altenburg als die rossigste aller Barbarossa Städte, denn davon gibt es schon zu viele. Sinzig, Kaiserslautern, Gelnhausen und Bad Frankenhausen buhlen in Barbarossas Namen um Touristen. Doch einen Moment, bitte: Wen interessiert denn bittet dieser Barbarossa? Mit ihm lockt man ältliche Bildungsbürger – aber ein moderner Tourismus ist mit einem Barbarossa nicht zu machen.

Insofern ist es gut, richtig und mindestens teilweise auch wünschenswert, dass man dieses Barbarossa-Projekt begräbt.

Was kann Altenburg, wenn es Barbarossa nicht kann?

Nun allerdings sollten die Politiker in Altenburg ihre Köpfe doch mal einen Moment wegducken: Wenn man ein Projekt wie das „Barbarossafestival“ nicht „stemmen“ kann, warum hat man es dann erst großspurig auf die Schiene gesetzt? Man wusste doch, wie hoch der Aufwand sein würde, man konnte zumindest ahnen, dass sich die Resonanz in Grenzen halten würde. Ein Theaterstückchen, dem Barbarossa aufgepfropft? Man darf ja nicht vergessen: Der Prinzenraub war größtenteils folkloristisch angehaucht – aber Barbarossa? Der verkauft keine Thüringer Würste, keinen Mutzbraten und keinen Altenburger Senf.

Torpedieren einzelne Stadträte Altenburg als Touristenstadt?

Nun geht das Gerücht in Altenburg, dass sich die Stadträte mit einer Touristenstadt Altenburg ohnehin nicht sonderlich befreunden wollen. Doch was kann Altenburg dann noch werden? Industriestandort? Wohl kaum! Einkaufsstadt? Da lachen angesichts der Querelen in der Stadt die Hühner. Der Tourismus ist so ziemlich das Einzige, mit dem Altenburg überhaupt noch in die Zukunft blicken kann – und da wäre nun doch die Frage, ob Altenburg für die Altenburger ausgebaut werden sollte oder für die Gäste, von denen die Altenburger gut leben könnten. Wer hindert eigentlich die Stadt daran,den Tourismus auszubauen?

Gebäude sanieren ist nicht alles

Damit wir uns richtig verstehen: Tourismus ausbauen heißt nicht, Gebäude zu sanieren und sie zur Besichtigung feilzubieten. Auch hier zeigt sich das Unverständnis der Altenburger: Hauptsache, alles bleibt, wie es ist – egal für wen. Doch damit lockt man keinen Hund hinter dem Ofen hervor. Heutige Touristen wollen, dass die Stadt ihnen etwas bietet, was über die Ansicht alter Gemäuer hinausgeht.
Man hat hier in Altenburg viel über das Theater diskutiert – aber immer nur aus der Sichtweise, dass hier eben „Kultur sein muss“ und nicht aus dem Blickwinkel, dass „hier eben Leute hergelockt werden müssen.“

Die Stadt brauchen einen Plan "B"

Ich komme noch einmal auf diesen Barbarossa und den Scherbenhaufen, den ein viel zu hoch angesetzter Anspruch hinterlassen hat. Dann fragt sich doch wohl: Na schön, den Barbarossa kann man nun wirklich vergessen, aber warum hat man in der Stadt keinen „Plan B“? Es ist nicht die „vorläufige“ Absage der Barbarossa Festspiele, dies nachdenklich macht: Es ist die Schockstarre, in der alle verharren.

Pläne kann man machen und Ziele kann man sich setzen. Man kann Ziele modifizieren oder sich neue Zeile setzen, das ist menschlich und es ist auch gestattet. Man kann an der Erreichung eines Ziels versagen, aber dann muss man sich dann ein neues Ziel setzen.

Doch wenn das Ziel „Barbarossa“ unerreichbar wird, welches Ziel verfolgt die Stadt Altenburg dann? Gar keines mehr? Der Pflasterstolperer will es einfach nicht glauben: Hier in Altenburg legt man die Hände in den Schoß, weil dieses Barbarossading geplatzt ist? Das kann doch wohl nicht wahr sein! Oder etwa doch?

Unsinnige Vermischung – Innenstadtbelebung und Modepark

Es ist für alle Beobachter lästig, über etwas schreiben zu müssen, wenn alle Argumente längst ausgetauscht sind. Hatten sie sich gewundert, dass ich nichts mehr über die geplante Ansiedlung des Modeparks Röther schrieb?

Das Vertrauen in die Stadt – gestört?

Ich hatte mindestens einen guten Grund: Kleinstädtische Querelen, wie sie leider immer noch in Altenburg üblich sind, zerstören das Vertrauen in die Stadt. Nicht nur der Pflasterstolperer merkt es deutlich: Altenburg will einfach nicht im 21. Jahrhundert ankommen, weil sich die Bürger nicht entschließen können, mutig nach vorne zu blicken.

Einzelhandel ist nicht eine Ansammlung von Händlern

Einzelhandel – das ist längst nicht mehr eine Einheit. Wer in der Innenstadt schon gegen Mittag vor leeren Regalen steht, wer nur aus überteuerten Waren oder solcher minderwertiger Qualität wählen kann – ja, was macht der heute? Erstens kann er an den Stadtrand fahren – bei elektrotechnischen Artikeln beispielsweise längst gängige Praxis. Dann kann er im Internet bestellen – übrigens jederzeit. Zum Shopping? Ach, du liebes bisschen, Altenburg wird doch nicht für sich in Anspruch nehmen wollen, im gegenwärtigen Zustand ernstlich eine Shopping-Stadt zu sein?

Die Attraktivität der Innenstadt – Händler schätzen sie falsch ein

Etwas begreift Altenburg offenbar gar nicht: Die Attraktivität der Innenstadt liegt nicht im Warenangebot, sondern daran, wie dieses Angebot erlebt wird. In einen Markt vor der Stadt zu fahren, hat keinen großen Unterhaltungswert – den haben nur Innenstädte – wenn sie ihn haben. Machen wir uns doch bittet nichts vor: Das Markenzeichen von Altenburg sind in Wahrheit nicht die Roten Spitzen, sondern es ist die örtliche Eisdiele. Sie hat den Charme, den man eigentlich in der Stadt sucht … ja, und dann muss man weit herumstolpern, um ein Schaufenster zu finden, das wirklich interessiert. Wer immer dies verantwortet, ist wirklich gleichgültig – man muss sich überlegen, wie man es ändern kann. Wann wird einer zum anderen sagen: „Du, so was kann man in Altenburg wirklich prima kaufen – da gibt es ein riesiges Angebot?“ Voraussichtlich wir man es niemals sagen – jedenfalls nicht, solange man sein Geschäft gegen Konkurrenten verbarrikadieren will.

Der einzige Lichtblick im ganzen grau in grau der Altenburger Meinungsbildung kam (wie so oft) aus der Tourismusecke: Beim Einkaufen ginge es auch um Emotionen, sagte Christa Büring laut OVZ. Übrigens geht es nicht nur beim Einkaufen um Emotionen: Hier etwas essen, dort etwas sehen, hier etwas trinken, dort etwas kaufen – das ist es, was moderne Städter in der Innenstadt wollen.

Unsinnige Vermischung – die Innenstadt ist die Innenstadt

Der Modepark und die Attraktivität der Innenstadt wurden in der Vergangenheit in der Diskussion völlig unsinnig und vordergründig miteinander vermischt – so, als ob das eine untrennbar mit dem anderen verbunden wäre.

Die Diskussion muss wieder getrennt werden

Es wäre höchste Zeit, die Diskussionen wieder voneinander zu trennen: Einkaufszentren vor der Stadt sind eine Sache (und nicht nur eine Altenburger Angelegenheit, wie wir wissen), die Innenstadt selber ist eine andere. Ob die Altenburger Händler dies jemals begreifen werden? Gewisse Zweifel sind angebracht.

Altenburg nach der Wahl: ohne Synergie bessert sich nichts

Die OVZ hat eine erstaunlich klare und weitsichtige Wahlanalyse geliefert. Zur Altenburger OB-Wahl meinte die Zeitung, zwar bleibe alles beim bisherigen Oberbürgermeister, aber es dürfe nicht alles „beim Alten“ bleiben. Wörtlich:

(es bestünde Hoffnung) … dass nicht mehr jeder Andersdenkende gleich als Gegner eingestuft wird.


Nun, der Pflasterstolperer meint: Hoffentlich hören diesen Satz auch die Andersdenkenden - nur dann hätte die Einschätzung der OVZ einen Sinn.

Konservative sind klare Wahlverlierer

Richtig ist auch, wen die OVZ als Wahlverlierer ausgemacht hat, nur hat die Regionalzeitung sie als „bürgerliches Lager“ bezeichnet, was heute nur noch bedingt zutrifft. Jedenfalls hat die verkrustete Christdemokratie in Altenburg einen durchaus verdienten Schuss vor den Bug bekommen, und die neo-konservative CDU-Abspaltung „Pro Altenburg“ konnte sich nicht durchsetzen. Insgesamt sind die konservativen Parteien die Wahlverlierer, wie das „Altenburg Journal“ bereits im ersten Wahlgang feststellte – im zweiten Wahlgang hat es sich nur bestätigt. Der Pflasterstolperer glaubt hingegen nicht, dass „Marktareal“ und „Modepark“ wirklich „starke Themen“ für „einen konservativen Kandidaten“ gewesen wären. Was immer als das „Marktareal“ bezeichnet wird, ist nicht „das Marktareal“, sondern bestenfalls dessen Ende und bei allem Pro und kontra um das dort jüngst abgerissene Gebäude: Schnee von gestern und kein Thema für die Zukunft. Beim Modemarkt ist das Thema noch heikler: Das Wahlvolk hat nichts gegen den Modemarkt, im Gegenteil. Die Opposition kommt allein von der Händlerschaft in der Innenstadt.

"Pro Altenburg" hat noch Definitionsprobleme

Heikel ist auch die Situation von Pro Altenburg, wie die OVZ richtig feststellt. Braucht Altenburg überhaupt „Pro Altenburg“, oder anders gefragt: Warum braucht Altenburg überhaupt eine „neo-konservative Bewegung“? Noch unterscheidet sich „Pro Altenburg“ nämlich ganz erheblich von den „Freien Wählervereinigungen“, die beispielsweise in Baden-Württemberg eine große Rolle spielen. Die nächsten Monate werden entscheiden, was „pro Altenburg“ wirklich ist und wofür diese Bewegung wirklich steht. Bisher hörte man nur davon, dass sie einen Bürgermeisterkandidaten stellt.

Für Peter Müller stellt sich die Frage, ob er seien Popularität in einem relativ geschlossenen Kreis von Bürgern nicht besser für das zur Verfügung stellen sollte, was er wirklich gut kann. Als Mitorganisator des Modeballs sammelte er Geld für einen guten Zweck ein – das ehrt ihn. Sollte es ihm da nicht auch möglich sein, Sponsoren für Altenburger Sanierungs-Projekte zu gewinnen?

Die Werbegemeinschaft - Ziele noch im Auge?

Die Wahl hatte unzweifelhaft auch etwas mit einem Verein zu tun, der gar nicht wählbar war: Der Altenburger Werbegemeinschaft, dessen Vorsitzender per YouTube versuchte, in den Wahlkampf einzugreifen. Man muss sich wirklich einmal ansehen, was (nach „Landkreis Altenburger Land“) das Ziel der Weltgemeinschaft ist:

Bei voller Erhaltung ihrer Selbstständigkeit verfolgt sie das Ziel, gemeinsam eine effektivere Wahrnehmung des "Kaufhauses" und auch des Kultur- und Tourismus-Standortes Altenburg gegenüber dem Umfeld zu erreichen.

Diese Zielsetzung und die aktuelle Diskussion werfen zumindest Fragen auf, zu denen man seitens der Werbegemeinschaft zurückkehren sollte:

- Kaufhaus Altenburg? Kaum Sonntagsöffnungen für Touristen, Samstags ab 14.00 Uhr oder noch früher geschlossen?
- Die vielen Feste, die der Verein dankenswerterweise unterstützt, sind gut für Altenburg - aber reicht das aus, um alltäglich mehr Besucher nach Altenburg zu ziehen?
- Tourismus-Standort? Was hat beispielsweise der Modemarkt auf der grünen Wiese mit Tourismus zu tun?

Das Fazit: Synergien nützen, Querelen schaden

Der Plasterstolperer zieht dieses Fazit: Wenn alle, die guten Willens sind, ihre positiven Potenziale in den Vordergrund stellen würden und diese (neben den berechtigten Eigeninteressen) zum Wohl der Stadt einsetzen würden und dies auch deutlich demonstrieren würden, dann könnte Altenburg wesentlich mehr erreichen. Das einzige Thema für Altenburg sollte heißen: Wie erzeugt man Synergien? Solange man kleinkrämerisch am eigenen Herd werkelt, wird dies nicht der Fall sein.

Begriffserklärung, Quellen
OVZ - Osterländer Volkszeitung (Ausgabe vom 8. Mai 2012)
Synergie - die Kraft, die aus gemeinschaftlichem Bemühen entsteht und am Ende mehr bewirkt, als jeder Einzelne bewirken könnte.

Peter Müller konnte konservative Wähler nicht überzeugen

Die Anzahl konservativer Wähler, so wusste der Pflasterstolperer, lasse sich in Altenburg nicht wesentlich vermehren – im Gegenteil. Denn im Grunde genommen haben die konservativen Parteien in Altenburg gestern die Wahl verloren: Rechnerisch hätten die Altkonservativen (CDU) und die Neo-Konservativen Peter-Müller-Anhänger (Pro Altenburg) am gestrigen Wahltag ihren Kandidaten gut und gerne auf 43 Prozent bringen können. Doch die Altenburger haben offenbar zu einem nicht unerheblichen Teil doch noch gemerkt, dass Peter Müller im politischen Altenburg eher ein Populist als ein pragmatischer Politiker mit Weitsicht ist. Deshalb blieb Peter Müller mit 38,3 Prozent unter den Möglichkeiten des konservativen Wahlspektrums der Skatstadt.

Was wird nun aus der „Palastrevolution“ der Händler?

Hoffen wir, dass nun auch der kleinkarierte Streit der Altenburger Händler mit dem alten und neuen Bürgermeister endlich begraben wird. Die „Palastrevolution“ mithilfe von YouTube des Gebhard Berger erwies sich als Rohrkrepierer. Wie auch Peter Müller hatte sich Gebhard Berger populistisch gegeben – und ist letztlich damit gescheitert.

Altenburg muss sich für die Zukunft wappnen

Wer jetzt “für Altenburg“ ist, gleich, welches Etikett man sich aufklebt, muss dies in den nächsten Monaten beweisen. Für Altenburg gilt, was Victor Hugo einst sagte:

Die Zukunft hat viele Namen. Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare. Für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte. Für die Mutigen ist sie die Chance.


Konservativ sein ist leider oft ein Rückschritt

Der konservativen Altenburger, die eher an der Vergangenheit festkleben als der Zukunft fest in die Augen zu sehen, kann man eigentlich nur sagen: „Stillstand ist Rückschritt“. Wer heute noch glaubt, dass andere die Welt bewegen, man selber aber die Hände getrost in den Schoß legen kann, der darf sich nicht beschweren, wenn er nur noch herumgeschubst wird. Dabei ist es nicht ganz so, wie der englische Dichter Lewis Carroll schrieb:

Hierzulande musst du so schnell rennen, wie du kannst, wenn du am gleichen Fleck bleiben willst, und um woanders hinzukommen, musst du noch mindestens doppelt so schnell laufen.


Das Zitat kann uns aber sagen, was wir nicht tun dürfen: Stehen bleiben, rückwärts schauen, das Vergangene verherrlichen. Die Vergangenheit, sei sie beschämend oder glorreich, dient bestenfalls als Mahnung, aber niemals als Ziel. Das sollten jene bedenken, die ständig an alten Zöpfen festhalten.

Zitate:
Victor Hugo - L'avenir a plusieurs noms. Pour les faibles, il se nomme l'impossible. Pour les timides, il se nomme l'inconnu. Pour les vaillants, il se nomme l'idéal. (Internet-Quellen)
Lewis Carroll (Through the Looking Glass - Alice hinter den Spiegeln) Now, HERE, you see, it takes all the running YOU can do, to keep in the same place. If you want to get somewhere else, you must run at least twice as fast as that!' (wiedergegeben in der Übersetzung von Christian Enzensberger)