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Möwenzug via Altenburg

Eine kurze Rast und dann ...
Eigentlich ist „die Möwe“ als solch ja kein Zugvogel, aber dann und wann packt sie die Wanderlust – und dann zieht sie in den „wilden Süden“ beispielsweise nach NRW – so sagen es jedenfalls Vogelforscher. Diese hier fanden den Großen Teich in Altenburg so attraktiv, um eine Rast einzulegen.

Und weiter ging die Möwenreise.


Nichts wie weg hier ...


Bis der Himmel voller Möwen hing. Wohin? Wer weiß es schon?

Die Möwe ist kein typischer Zugvogel - aber weiß sie es?

Altenburg stolpert – und ist stolz darauf?

Der Absatz ist sicher drin, die Schuhspitze bisweilen auch: Altenburg stolpert
Altenburg hat viele hübsche gepflasterte Straßen, die den angeblich „mittelalterlichen“ Charakter der Skatstadt betonen sollen – so weit, so gut. – das freut die Touristen (wenn welche kommen). Weniger schön ist, dass man in Altenburg ständig über marode Bepflasterung stolpert. Irgendwann muss schließlich jeder einmal zu Fuß die Straße überqueren, und dann? Feste Leder-Halbschuhe oder Sportschuhe sind angesagt.

Die Anwohner bestimmter Straßen sind noch von anderen Problemen betroffen: Die schlechte und teilweise schadhafte Bepflasterung der Haupt- und Durchgangsstraßen führt dazu, dass der Lärm tagsüber unerträglich wird und die Gebäude erzittern, wenn schwere Lastkraftwagen über die maroden Straßenbelege rumpeln. Warum sollte man sich auch auch in den Innenstadthäusern wohlfühlen? Nicht wahr, alles hat seinen Preis?

Die Stadtverwaltung? Ach, die sieht so was „cool“. Geht ja alles nach Plan, alles nach Vorschrift. Bürgeranliegen? Was sind denn schon „Bürger“ in Altenburg? Die haben doch gar nicht die Kompetenz, solche technischen Dinge zu beurteilen. Das machen schon die Fachleute im Rathaus.

Der Stolperteufel lauert zwischen den Pflastersteinen

Und außerdem: Frauen über 60 (offenbar die Mehrheit der Innenstadt-Altenburgerinnen und Touristinnen) tragen selten High Heels – und der Rest soll sich halt anpassen und flache Schuhe tragen. Das Problem ist nur – mit ihnen kann man genau so stolpern, wenn man die Straße zufällig an dieser Stelle überquert.

Lange Enthaltsamkeit – und Altenburg

Über Kleinstädte zu schreiben, ist schwierig, weil man niemandem so recht aus dem Weg gehen kann. Man sieht sich stets irgendwo einmal wieder, und gelegentlich beobachtet man einander. Das wirkt hübsch friedlich, behindert aber auch das Ringen um eine bessere Zukunft. Gegenwärtig schreibe ich nicht über die Stadt, beobachte sie aber weiterhin.

Zumeist schreiben Menschen über Städte, die sei aus ihrem Innersten heraus kennen, die sie sozusagen „verinnerlicht“ haben. Doch ist das wirklich positiv zu bewerten? Gerade in Altenburg machte ich die Erfahrung, dass im Hirn der Bevölkerung zwei Seelen wohnen: Eine, die an bürgerlichen Traditionen anknüpft und konservativ in einem Sinne ist, dass „nur nichts verändert werden darf“. Andererseits eine Strömung, in der nach wie vor der kalte Wind des Sozialismus als Maßstab aller Dinge weht. Frischer Wind könnte nicht schaden in dieser Stadt.

Die Frage des Auswärtigen ist ja stets: „Was ist das Besondere? Was bewegt euch am meisten? Was sind die Alleinstellungsmerkmale dieser Stadt? Und, nicht zuletzt: Wo will diese Stadt in sechs Jahren (also jetzt 2020) sein?

Die Stadt hat wenig Antworten darauf. Ob die zerstrittenen Geschäftsleute in der Innenstadt, die Parteien oder die Interessengruppen, ja selbst der Oberbürgermeister: niemand kann genau sagen, wohin die Reise gehen soll. Tendenziell entwickelt sich Altenburg zur Dienstleistungs- und Touristenstadt, man wäre aber gerne auch Handels- und Industriestandort. Letzteres rückt in immer weitere Ferne, weil es kaum einen Sinn für Industrieunternehmen hat, sich in Altenburg anzusiedeln. Und der Handel? Der Konflikt zwischen dem innerörtlichen Handel und dem Handel „draußen auf der grünen Wiese“ ist immer noch nicht gelöst.

Die schönste Innovation an Altenburg der letzten Jahre ist die S-Bahn nach Leipzig. Da sie in beide Richtungen fährt, besteht etwas Hoffnung, die Altstadt mit Neubürgern zu beleben. Wünschenswert wäre es.

Public Viewing in Altenburg


Fußballfans jeden Alters in Altenburg


Am Vortag hörte ich noch einige Altenburger, die darüber rätselten, was wohl „Public Viewing“ auf Deutsch heißen könnte (1) , und am gestrigen Samstag („Sonnabend“) war es dann soweit – eine riesige Leinwand auf den Marktplatz, bestes Sommerwetter und gute Stimmung kamen zusammen, und vor allem die Wirte rund um den Marktplatz freuten sich über die ausgezeichneten Umsätze.

Der Fußball hat auch weibliche Fans


Man sage nicht, dass Frauen keine Beziehung zum Fußball hätten – sie kamen in Scharen, und kurz vor Beginn des Spiels wurden die deutschen Farben noch auf die Wangen gemalt.

(1) Public Viewing

Public Viewing = Öffentliches Anschauen
Public – die Öffentlichkeit, (öffentlich, allgemein), Herkunft anglo-romanisch.
Viewing – Betrachtung, Besichtigung, Herkunft anglo-romanisch.

Merkhilfe: Ein Pub ist ein „Public House“, also eine öffentliche Gaststätte.

Wenn das Publikum plötzlich zu jung wird …

Altenburg fast tagtäglich: Alte Menschen dominieren die Stadt, betrachten sie als „ihre Stadt“, wünschen keine Veränderungen. Doch ausrechnet beim Faschingstreiben stellt sich heraus, dass der Altherrenfasching ausgedient hat. Der Faschings-Vereinsvorsitzende des örtlichen Faschingsvereins „Motor“ sinniert: „Es ist Fakt, dass alteingesessene Faschingsgänger wegbleiben, weil ihnen die Veranstaltung zu jung geworden ist“, sagte er der örtlichen Tageszeitung OVZ.

Zu jung? Was kann denn in dieser überalterten Stadt „zu jung“ sein? Der Pflasterolperer sagt dies, zumal zugleich berichtet wurde, dass offensichtlich kein Mensch hier in Altenburg mehr einen Pfifferling für Opas Fasching gibt.

Der Fliesenkauf im Osten

Ihre Wunschfliesen finden Sie bei uns“ – das klang ja vielversprechend. Nun gut, am 4. Februar eines Jahres eine Anzeige für Fliesen zu platzieren, ist zwar ein wenig abenteuerlich, aber wenn man gerade welche braucht, so wie ich, dann fährt man eben mal hin. Der Navi war gut aufgelegt, fand die Strecke auch sofort und führte mich vor die Tür des Fliesenhändlers. „Schau“, sagte die beste Ehefrau nördlich von Johannesburg, „am Mittwoch haben die sogar bis 19 Uhr geöffnet“ – so stand es am Eingang, und so stand es auch in der Anzeige.

Also hinein zur Tür – boing. Tür geschlossen, mittwochs, gegen 14:30. Rätselraten – nochmals die große Tafel mit den Öffnungszeiten von links, schräg, oben rechts und unten links angeglotzt, ein wenig an der Tür gerüttelt – nichts. Schließlich, kaum erkennbar, ein winziges Zettelchen im Fenster: „Ab 12. Februar wieder geöffnet“.

Nein, ich kann nicht mehr zornig sein über so etwas. Aber ich mache mir da manchmal Gedanken, wieso im Osten ständig über schlechte Geschäfte herumgejammert wird.

Kinderbetreuung in Awo-Kitas: 45 Prozent Steigerung für nichts?

Wie aus einer Information der OVZ hervorgeht, steigen die Kita-Gebühren bei der Arbeiterwohlfahrt erheblich – und zwar von bisher 110 Euro monatlich auf jetzt 160 Euro monatlich, entsprechend 1920 Euro jährlich. In Prozenten ausgedrückt sind dies gegen 45 Prozent.

Dies alles geschah angeblich aus „wirtschaftlichen Gründen“ - doch fragt der Pflasterstolperer: aus wessen wirtschaftlichen Erwägungen? Kann es denn sein, dass der Platz in der Kindertagesstätte in Altenburg mit an der Spitze der ostdeutschen Gemeinden steht und nun schon nahezu an die ebenfalls fast unhaltbaren Leipziger Verhältnisse herankommt (2426 Euro pro Jahr)? Im Jahr 2010 „glänzte“ die Stadt Cottbus bereits dadurch, auf Platz 97 bei hundert ausgewählten Städten zu stehen – damals mit 1572 Euro pro Jahr. Der Altenburger Betreuungsbeitrag steht also in keinem Verhältnis mehr zur Größe und Attraktivität der Stadt.

Wie bitte kann verantwortet werden, dass die Bürger der Stadt Altenburg in dieser Weise vor den Kopf gestoßen werden? Jeder Euro, den die Awo zusätzlich einnimmt, muss ja anderwärts eingespart oder zusätzlich verdient werden. Kann sich das die Altenburger Gesellschaft leisten, eine Umverteilung des Einkommens zugunsten der Awo auf diese Weise zuzulassen? Es ist ein Wunder, dass sich niemand diese Frage stellt. Um alleine das Mehreinkommen für eine Erhöhung von 50 Euro zu erzielen, muss eine Familie einen Bruttoeinkommenszuwachs von gegen 80 Euro mehr verdienen – und das ist für viele Familien eine Menge Geld.

Altenburg – Händler, nicht motzen, sondern kreativer werden!

Ein Modemarkt auf der grünen Wiese – das hat die Altenburger Werbegemeinschaft offenbar auf die Palme gebracht. Hintergrund ist ein Gutachten, bei dem der „prognostizierte Verlust“ an Umsatz nun bei kurz unter (und bei der bisherigen Planung bei kurz über) zehn Prozent läge.

Das alles mag so sein oder auch nicht – aber sehen wir doch bitte mal die Fakten, wie sie heute sind: Ist die Altenburger Innenstadt wirklich attraktiv? Wurde alles, aber auch wirklich alles daran getan, sie zu einem Einkaufs- und Dienstleistungszentrum „comme il faut“ zu machen, und zwar äußerlich, vom Angebot her und von der inneren Einstellung?

Erneuerung kommt von innen – und „gegen etwas“ zu sein hat keinen Sinn, solange die Innenstadtgeschäfte nicht attraktiv genug sind. Zu lange hat man sich auf „alteingesessene“ Namen verlassen, auf alternde Kunden geschaut, die Entwicklung der Zeit an sich vorüberziehen lassen. Die Stadt ist voller Friseure, Optiker, Apotheken und Handyshops. Es fehlen die schicken Angebote, die ins Auge stechen, die ständig wechselnden Auslagen – kurz: Es fehlt etwas fürs Auge. Man gehe bitte einmal im Herbst oder Winter Montags, Dienstags, Donnerstags oder Freitags über den Marktplatz – leer gefegt ist die Stätte, unattraktiv und leblos, von einer Würstchenbude einmal abgesehen.

Nein, ich habe keine Lösungen – die Lösungen müssen von jenen kommen, die auch die Verursacher der gähnenden Langeweile des Angebots sind.

Bürger-meisterliches und ein paar Gedanken dazu

Der Oberbürgermeister der Stadt Altenburg, Michael Wolf, leistete etwas wahrhaft Meisterliches: mit seiner Rede beim Neujahrsempfang der Stadt Altenburg zeigte er sich als kämpferischer Staatsmann, Praktiker und Visionär zugleich.

Nicht nur dem Pflasterstolperer fiel auf, wie weit sich der OB wagte: Die Bürger der Stadt Altenburg leben ja bisweilen in einer fragwürdigen Selbstzufriedenheit, die Innovationen oftmals behindert. In dieser Situation ist es mutig, auf die Zukunft hinzuweisen: Sie müsse gestaltet werden, heiß das Motto der Veranstaltung - oder präzis nach Einstein: „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben“.

Lassen Sie m ich ein paar Worte dazu ergänzen:

Am Willen, die Zukunft mutig voranzutreiben, fehlt es dem Bürgermeister nicht – eher schon einzelnen Bürgern, die zwar nicht näher genannt wurden, die aber offenbar durch Querelen der Vergangenheit Fortschritte in der Stadt verhindern wollten. Man wird in Zukunft genau hinhören und hinsehen müssen, wo die Verhinderer sich verstecken, denn wir alle „gedenken in der Zukunft zu leben“ – und die Einstellungen in der Stadt, die dies verhindern, müssen verdeutlicht werden.

Die Zukunft gehört nicht den Zögerern und Zauderern, sondern allen Menschen, die das Leben mutig anpacken, wobei Gemeinnutz und Eigennutz keine Widersprüche sind. Das gilt auch für Altenburg: Ohne Investoren keine Altbausanierung – und wer heute die Teichstraße oder auch Teile der Moritzstraße ansieht – beide im Fokus der Besucher und historisch durchaus interessant – der weiß, dass es hier noch viel zu tun gibt, um das Ansehen der Stadt zu stärken. Es kann nicht angehen, dass ein Besucher sagt: „Ich habe noch selten eine so traurige aussehende Stadt mit so viel historischem Potenzial gesehen“.

Oft ist es nicht nur das Äußere, das in Altenburg einen unschönen Eindruck hinterlässt: Bei einem recht großen Teil der Geschäftswelt ist noch nicht angekommen, dass der Klient, Kunde und Bürger im Zentrum des Geschehenes stehen muss – und nicht irgendwelche „Prinzipien“. Ich habe verschiedentlich beobachten können, wie Menschen, die dem Altenburger fremd sind (auch Deutsche und Europäer) mit Argwohn betrachtet werden – doch gerade diese Menschen bringen neue, frische Ideen in die Stadt, die Altenburg für die Gestaltung der Zukunft unbedingt braucht.

In Altenburg steht demnächst die Neuwahl des Oberbürgermeisters an. Ein neuer Kandidat hat sich ins Rennen gebracht, von dem viel zu lesen war – doch obgleich die örtliche „Osterländer Volkszeitung“ seiner Kandidatur viel Raum widmete, blieben seine Aussagen und Kritiken im „Atmosphärischen“ hängen. Der Pflasterstolperer ist nicht lange genug in der Stadt, um dies bewerten zu können – er muss es aber auch nicht. Denn es ist eben nicht die Vergangenheit, um die es geht – es ist die Zukunft – und in ihr werden wir leben.

Stadtmauer für scharfe Augen

und irgendwo ist dann auch eine stadtmauer ...


Man muss sehr scharfe Augen haben, um diesen Teil der Stadtmauer in Altenburg zu sehen - die Straßenseite, von der aus die Aufnahme entstand, zählt nicht gerade zu den Aushängeschildern der Stadt Altenburg.

Der Marktplatz – konservieren oder partiell erneuern?

historisch - ja! aber der markt ist kein museum


Die Entscheidung ist längst gefallen – der Altenburger Marktplatz soll in jenem Teil, der zur Brüderkirche aufsteigt, erneuert werden, und seither ist eine rege und bisweilen sehr unsachliche Diskussion entstanden, die auch zum Tag des Denkmals kein Ende nahm.

Ja, es wäre schön, das Baudenkmal komplett zu erhalten, aber die Argumente sind dennoch nicht stichhaltig. Der Markt ist schon heute keinesfalls einheitlich und von einem „historischen mittelalterlichen Marktplatz“ kann ohnehin nicht die Rede sein. Genau genommen ist der Markt, der aus Hauptmarkt, Topfmarkt, Kornmarkt und weiteren Abschnitten besteht, an vielen Ecken sanierungsbedürftig, und zahllose kleine Bürger- und Handwerkerhäuser in der Umgebung sind es auch. Wer heute vom „Rossplan“ zum Teich oder zum Markt geht, wird schmerzlich feststellen, dass die Stadt ihre historische Substanz gar nicht komplett erhalten kann – zumal, wenn die Bürger nicht mitziehen, sondern verträumt auf bessere Zeiten warten.

Der Segen in der Skatstadt Altenburg wird immer „von oben“ erwartet – und dies ist absolut fatal. Was Bürgersinn nicht erreichen kann, was Sponsoren und Inverstoren nicht bewältigen, das soll die Stadt richten?

Altenburg ist historisch – aber die Stadt ist kein Museum. Es ist schön, die sanierten Teil der Stadt zu sehen, das Kopfsteinpflaster und die historisch anmutende Beleuchtung. Eine lebendige Stadt muss aber auch abreißen dürfen. Man kann nicht in einer Stadt des 21. Jahrhunderts leben darin 19. Jahrhundert spielen. Das Alte zu bewahren, bedeutet nicht, auf das Neue zu verzichten.

Bild: © 2011 by rosinentexte.de

Zum Tag des offenen Denkmals: Die Schmidtsche Villa

der ausblick vom esszimmer aus - beinahe wie damals


Die Denkmäler, die sonst verschlossen sind, werden am 11. September auch in Altenburg geöffnet. Die Stadt beherbergt einige bereits gehobene Schätze, das eine oder andere Kleinod im Rohzustand und leider auch zahllose Gebäude, die zwar denkmalsgeschützt sind, aber einen erbärmlichen Eindruck hinterlassen.

Einige der Denkmäler, wie beispielsweise die Schmidtsche Villa, werden heute anders genutzt und sind deshalb nicht immer zugänglich. In diesem Gebäude befindet sich – nunmehr im fünften Jahr – die Freie Grundschule Altenburg.

Unter vielen anderen Gebäuden hat sich der Pflasterstolperer auch die Schmidtsche Villa angesehen. Über diese Villa ist im Internet noch wenig berichtet worden, was der Pflasterstolperer zum Anlass nehmen könnte, Ihnen etwas mehr darüber zu erzählen. Denn wie auch immer man über das Bürgertum des 19. Jahrhunderts denken mag, einige der Menschen damals besaßen eine Größe, die man heute oft vergeblich sucht, man denke nur an Robert Bosch oder eben an den Altenburger Edmund Schmidt. Jener war Zigarrenfabrikant und Reichstagsabgeordneter, und seienr Villa erbaut er auf einem riesigen Anwesen, das damals vor der Stadt lag. Dem Vernehmen nach schenkten es ihm die Schweigereltern zur Hochzeit. Edmund Schmidt hat für die Stadt Altenburg eine überragende Bedeutung, denn er war es, der die Initialzündung für den beliebten Stadtwald gab. Der Name des 1907 gegründeten „Herzog-Ernst-Wald-Vereins“ ist heute nicht mehr mit den Namen des Initiators verbunden.

Wie so viele andere bürgerliche Prachtbauten wurde auch die Schmidtsche Villa von den regierenden Sozialisten in der Ex-DDR einfach „genutzt“, sein Wert als historisches Denkmal aber nicht erkannt, weil bürgerliche Traditionen nach Auffassung des sogenannten „Arbeiter- und Bauernstaates“ nicht zum Kulturerbe des Volkes gehörten. So wurde insbesondere der prachtvolle Wintergarten abgerissen, und auch der Teich im angrenzenden Park wurde entfernt.

Seit März 1999 ist die Villa Eigentum der Dr. P. Rahn und Partner GmbH. Im Zeitraum von März 1999 bis Oktober 2000 wurde die Villa umfangreich saniert, sodass heute die grundlegende Bausubstanz sowie ein Teil des hochherrschaftlichen Lebens in der Villa anhand von Details wieder erkennbar ist.

Zum Tag des offenen Denkmals interessierten sich viele Altenburger für das Gebäude, in dessen Mitte der Speisesaal liegt, auf den man auch heute noch einen wunderschönen Blick durch den Garten auf die Stadt hat, beinahe so, als hätte sich seit dem 19. Jahrhundert nichts verändert. Heute beherbergt das Zimmer die Aula der Grundschule.

Bild: © 2011 by rosinentexte.de

Altenburger Altstadtfest 2011

sexy und gekonnt: die tanzfabrik lucka


Der erste Tag verregnet, am zweiten Tag angenehmes Wetter mit Sonnenschein: So präsentierte sich das Altenburger Altstadtfest am vergangenen Wochenende.

pfundige herren, die mehr als "herzilein" singen können
Das Altstadtfestfest in Altenburg ist eine Mischung aus einem Krämer- und Handwerkermarkt, verbunden mit Vergnügungen für Kinder und kulinarischen Genüssen nach Hausmacherart. Interessant für das Publikum, das sich Unterhaltung wünscht, ist dabei vor allem die große Bühne. Auf ihr konnte man am Samstag die "Dresden Zwillinge" Claudia und Carmen sehen, zwei junge Artistinnen und Musikerinnen, die nicht nur wegen ihrer Akrobatik, sondern auch wegen ihrer Schönheit das Publikum in der Stadt Altenburg begeisterten. Für diejenigen, die so etwas mögen, waren natürlich auch die pfundigen Wildecker Herzbuben eine Attraktion, die bewiesen, dass sie noch etwas mehr können als vom „Herzilein“ zu singen.

mäuse zum streicheln
Nach dem leider etwas verregneten Samstag kam der Sonntag mit Sonnenstrahlen daher, und nun strömten auch die Altenburger und ihre Gäste auf das Fest. Am Sonntag zog es die Kinder vor allem zu einem Stand, auf dem lebendige Mäuse zu sehen waren – udn sie ließen sich auch streicheln. („Du, auf dem Markt, da kann man Mäuse streicheln, gleich rechts am ersten Stand“). Ganz andere Mäuse traten auf der Bühne auf: Die Tanzmäuse aus Lucka, die sich leider nicht streicheln ließen, dafür aber ein schwungvolles Tanzprogramm boten. Den Mäusen sei’s gepfiffen: Die Luckaer heißen jetzt „Tanzfabrik Lucka“.

Das Fest war amüsant und bot für fast jeden Geschmack etwas. Wenngleich die Umsatzziele mancher Händler wohl nicht erreicht wurden, so bleibt doch anzumerken, wie harmonisch dieses Fest auf dem Marktplatz zu Altenburg verlief und wie viel Freude Kinder und Erwachsene daran hatten, das Freiluftspektakel bei schönem Wetter in Altenburg zu genießen.

Fotos: © 2011 by rosinentexte.de

Ziegenkäserollen brachte Fotografen zu Fall

vom käse überrollt
Sich zwischen Ziegenkäse rollenden Schülern frei zu bewegen, kann ganz schön gefährlich sein. Dies musste heute ein Fotograf in Altenburg erfahren, der gewissermaßen „vom Käse überrollt wurde“, als er sich auf dem Parcours des diesjährigen Altenburger Käserollens befand. Die Kandidaten des traditionellen Ziegenkäserollens müssen nicht nur den Käse rollen, sondern auch Altenburger Ziegenkäse stapeln, eine Ziege zeichnen und auf ein Ziegentor schießen.

Fotos: © 2011 by rosinentexte.de

Altenburg: Sollen, Wollen und Sein

Soll Altenburg Industriestadt, Schlafstadt oder Touristenstadt sein?“, fragte heute die „Osterländer Volkszeitung“ und gebrauchte dabei die Worte eines Altenburgers, der politisch hoch hinaus will.

Gegenfrage, bitte: Was ist Altenburg heute eigentlich im Bewusstsein der Bürger? Ich gebe dabei zu bedenken: Man kann immer viel sein wollen, aber wäre es nicht intelligenter, sich darauf zu besinnen, was man ist?

Ich notiere mir:

Altenburger fragen sich, in welcher Art Stadt sie eigentlich leben.