Der Spargel – nun ja, Handelsklasse Eins?
Unterschiedliche Qualitäten als "HK1" beim Spargel?
In Altenburg geht man auf dem Gemüsemarkt offenbar großzügig mit den Mindestanforderungen um – immer wieder wird in der HK 1 ein großer Teil gespaltener Spargel angeboten, und es scheint zumindest dem Pflasterstolperer so, als ob man es auch mit dem Spargelrost nicht so genau nehmen würde. Interessanter ist nun aber, was passiert, wenn man höhere Anforderungen hat: Die Extra-Klasse (das ist ein offizieller EU-Begriff) kommt hier fast gar nicht an den Markt.
Es ist nicht die Natur, sondern Schlamperei beim Sortieren
Die Lust am Spargelkauf kann einem wirklich vergehen, wenn Marktfrauen argumentieren, warum ihr Spargel so schlecht sortiert ist. Dann heißt es (je nach Temperament) er „wachse eben so“ oder „das Wetter sei dafür verantwortlich“. Nun ist aber weder das Wetter noch die Pflanze dafür verantwortlich, wie sortiert wird: Denn die Klasse „Extra oder "HK1"“ wächst ja nicht auf dem Feld, sondern entsteht durch das Sortieren.
Also, liebe Marktfrauen:
1. Spargel mit Roststellen, die sich beim gewöhnlichen Schälen nicht entfernen lassen, sollten bei keinem Spargel der Klassen „Extra“ und „HK1“ vorkommen.
2. Gespaltene Spargel gehören niemals in eine Extraklasse, und sie haben eigentlich auch in der HK1 nichts zu suchen.
3. Erstrebenswert für den Endverbraucher wie für die Gastronomie ist es (wegen der Kochzeiten) nach Spargeldurchmessern zu sortieren. Das ist heute relativ leicht möglich – und ist ein Service, der über die Handelsklassen hinausgeht.
Lob für die Frische des Spargels
Worin ich die Altenburger Marktbeschicker und Händler loben kann: Das wichtigste am Spargel ist neben dem einwandfreien Geschmack die Frische – und da gab es nichts zu beanstanden.
Kochen müsste man können ...
Was die Gastronomie betrifft, so sollten sich die auch eher gewöhnliche Wirte darauf einstellen, dass Spargel besondere Kochtechniken verlangt. Wer darauf keinen Wert legt, und die Spitzen gleich intensiv gart wie die Enden, sollte lieber eine Imbissbude führen als ein Restaurant. Leider ist es dem Pflasterstolperer in Altenburg passiert, sonst würde es hier nicht erwähnt. Die Bedienung nahm es im Übrigen mit Achselzucken zur Kenntnis. Der Plasterstolperer schweigt über den Ort des Geschehens. Jeder sollte ja noch einmal eine zweite Chance haben.
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Altenburg nach der Wahl: ohne Synergie bessert sich nichts
(es bestünde Hoffnung) … dass nicht mehr jeder Andersdenkende gleich als Gegner eingestuft wird.
Nun, der Pflasterstolperer meint: Hoffentlich hören diesen Satz auch die Andersdenkenden - nur dann hätte die Einschätzung der OVZ einen Sinn.
Konservative sind klare Wahlverlierer
Richtig ist auch, wen die OVZ als Wahlverlierer ausgemacht hat, nur hat die Regionalzeitung sie als „bürgerliches Lager“ bezeichnet, was heute nur noch bedingt zutrifft. Jedenfalls hat die verkrustete Christdemokratie in Altenburg einen durchaus verdienten Schuss vor den Bug bekommen, und die neo-konservative CDU-Abspaltung „Pro Altenburg“ konnte sich nicht durchsetzen. Insgesamt sind die konservativen Parteien die Wahlverlierer, wie das „Altenburg Journal“ bereits im ersten Wahlgang feststellte – im zweiten Wahlgang hat es sich nur bestätigt. Der Pflasterstolperer glaubt hingegen nicht, dass „Marktareal“ und „Modepark“ wirklich „starke Themen“ für „einen konservativen Kandidaten“ gewesen wären. Was immer als das „Marktareal“ bezeichnet wird, ist nicht „das Marktareal“, sondern bestenfalls dessen Ende und bei allem Pro und kontra um das dort jüngst abgerissene Gebäude: Schnee von gestern und kein Thema für die Zukunft. Beim Modemarkt ist das Thema noch heikler: Das Wahlvolk hat nichts gegen den Modemarkt, im Gegenteil. Die Opposition kommt allein von der Händlerschaft in der Innenstadt.
"Pro Altenburg" hat noch Definitionsprobleme
Heikel ist auch die Situation von Pro Altenburg, wie die OVZ richtig feststellt. Braucht Altenburg überhaupt „Pro Altenburg“, oder anders gefragt: Warum braucht Altenburg überhaupt eine „neo-konservative Bewegung“? Noch unterscheidet sich „Pro Altenburg“ nämlich ganz erheblich von den „Freien Wählervereinigungen“, die beispielsweise in Baden-Württemberg eine große Rolle spielen. Die nächsten Monate werden entscheiden, was „pro Altenburg“ wirklich ist und wofür diese Bewegung wirklich steht. Bisher hörte man nur davon, dass sie einen Bürgermeisterkandidaten stellt.
Für Peter Müller stellt sich die Frage, ob er seien Popularität in einem relativ geschlossenen Kreis von Bürgern nicht besser für das zur Verfügung stellen sollte, was er wirklich gut kann. Als Mitorganisator des Modeballs sammelte er Geld für einen guten Zweck ein – das ehrt ihn. Sollte es ihm da nicht auch möglich sein, Sponsoren für Altenburger Sanierungs-Projekte zu gewinnen?
Die Werbegemeinschaft - Ziele noch im Auge?
Die Wahl hatte unzweifelhaft auch etwas mit einem Verein zu tun, der gar nicht wählbar war: Der Altenburger Werbegemeinschaft, dessen Vorsitzender per YouTube versuchte, in den Wahlkampf einzugreifen. Man muss sich wirklich einmal ansehen, was (nach „Landkreis Altenburger Land“) das Ziel der Weltgemeinschaft ist:
Bei voller Erhaltung ihrer Selbstständigkeit verfolgt sie das Ziel, gemeinsam eine effektivere Wahrnehmung des "Kaufhauses" und auch des Kultur- und Tourismus-Standortes Altenburg gegenüber dem Umfeld zu erreichen.
Diese Zielsetzung und die aktuelle Diskussion werfen zumindest Fragen auf, zu denen man seitens der Werbegemeinschaft zurückkehren sollte:
- Kaufhaus Altenburg? Kaum Sonntagsöffnungen für Touristen, Samstags ab 14.00 Uhr oder noch früher geschlossen?
- Die vielen Feste, die der Verein dankenswerterweise unterstützt, sind gut für Altenburg - aber reicht das aus, um alltäglich mehr Besucher nach Altenburg zu ziehen?
- Tourismus-Standort? Was hat beispielsweise der Modemarkt auf der grünen Wiese mit Tourismus zu tun?
Das Fazit: Synergien nützen, Querelen schaden
Der Plasterstolperer zieht dieses Fazit: Wenn alle, die guten Willens sind, ihre positiven Potenziale in den Vordergrund stellen würden und diese (neben den berechtigten Eigeninteressen) zum Wohl der Stadt einsetzen würden und dies auch deutlich demonstrieren würden, dann könnte Altenburg wesentlich mehr erreichen. Das einzige Thema für Altenburg sollte heißen: Wie erzeugt man Synergien? Solange man kleinkrämerisch am eigenen Herd werkelt, wird dies nicht der Fall sein.
Begriffserklärung, Quellen
OVZ - Osterländer Volkszeitung (Ausgabe vom 8. Mai 2012)
Synergie - die Kraft, die aus gemeinschaftlichem Bemühen entsteht und am Ende mehr bewirkt, als jeder Einzelne bewirken könnte.
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Gute Werbung – schlechte Werbung für Altenburg

Im Youtube-Video, das für Gebhard Berger gedreht wurde, sind Ansichten von Altenburg zu sehen, die schädlich für den Altenburg-Tourismus sind. So wird unter anderem ein verwaistes und heruntergekommenes Haus in der Schmöllnschen Straße gezeigt, in dem sich die ehemalige Drogerie Ritter befand. Allerdings liegt dieses Haus in einer Gegend, die heutzutage schon sehr abseits der Altenburger „Schleichwege“ liegt. Der Plasterstolperer könnte ein paar Dutzend solcher Bilder veröffentlichen (schlimmere durchaus noch eingeschlossen) - tut es aber nicht. Doch diesmal wird eine Ausnahme gemacht, um den Zusammenhang zwischen Drogerie, Straße und Gegend zu ermöglichen.

Vergessen hat Herr Berger dabei offenbar, dass der innenstadtnahe Bereich der Schmöllnschen Straße durchaus sehenswert ist, wenngleich noch nicht alles so ausgebaut wurde, wie man es sich vielleicht vorstellen könnte. Es ist eben so, dass sich der Begriff „Innenstadt“ hier in Altenburg stark verschoben hat. Heute kann nicht einmal mehr der Bereich innerhalb der alten Stadtmauern mehr als „Innenstadt“ angesehen werden, und wer nostalgisch an den alten Gemäuern und Ladengeschäften festhält, die einst zum Stadtkern gehört haben, der sollte sich einmal überlegen, ob der heutige Altenburger hier überhaupt noch einkaufen würde. Touristisch sind übrigens noch manche Gegenden von Altenburg unerschlossen, auch solche mit alter Bausubstanz. Neulich sagte mir ein Altenburger: „man mag da doch gar nicht hingehen, da muss man doch befürchten, dass einem Ziegelsteine auf den Kopf fallen.“ Na, und die Touristen? Die schütteln doch nur den Kopf, wenn sie solche Gegenden sehen.
Ein Beispiel für eine gelungene Geschäftsstraße ist die Baderei in Altenburg – hier sind viele Geschäfte in einer überschaubaren Einheit zusammengefasst – und es ist mithin eine der wenigen Stellen in Altenburg, in der man wirklich von „Shopping“ sprechen kann und nicht den Eindruck hat, hier wäre ein Geschäft neben das andere „geklatscht“.
Alle Bilder: © 2012 by rosinentexte.de
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Peter Müller konnte konservative Wähler nicht überzeugen
Was wird nun aus der „Palastrevolution“ der Händler?
Hoffen wir, dass nun auch der kleinkarierte Streit der Altenburger Händler mit dem alten und neuen Bürgermeister endlich begraben wird. Die „Palastrevolution“ mithilfe von YouTube des Gebhard Berger erwies sich als Rohrkrepierer. Wie auch Peter Müller hatte sich Gebhard Berger populistisch gegeben – und ist letztlich damit gescheitert.
Altenburg muss sich für die Zukunft wappnen
Wer jetzt “für Altenburg“ ist, gleich, welches Etikett man sich aufklebt, muss dies in den nächsten Monaten beweisen. Für Altenburg gilt, was Victor Hugo einst sagte:
Die Zukunft hat viele Namen. Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare. Für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte. Für die Mutigen ist sie die Chance.
Konservativ sein ist leider oft ein Rückschritt
Der konservativen Altenburger, die eher an der Vergangenheit festkleben als der Zukunft fest in die Augen zu sehen, kann man eigentlich nur sagen: „Stillstand ist Rückschritt“. Wer heute noch glaubt, dass andere die Welt bewegen, man selber aber die Hände getrost in den Schoß legen kann, der darf sich nicht beschweren, wenn er nur noch herumgeschubst wird. Dabei ist es nicht ganz so, wie der englische Dichter Lewis Carroll schrieb:
Hierzulande musst du so schnell rennen, wie du kannst, wenn du am gleichen Fleck bleiben willst, und um woanders hinzukommen, musst du noch mindestens doppelt so schnell laufen.
Das Zitat kann uns aber sagen, was wir nicht tun dürfen: Stehen bleiben, rückwärts schauen, das Vergangene verherrlichen. Die Vergangenheit, sei sie beschämend oder glorreich, dient bestenfalls als Mahnung, aber niemals als Ziel. Das sollten jene bedenken, die ständig an alten Zöpfen festhalten.
Zitate:
Victor Hugo - L'avenir a plusieurs noms. Pour les faibles, il se nomme l'impossible. Pour les timides, il se nomme l'inconnu. Pour les vaillants, il se nomme l'idéal. (Internet-Quellen)
Lewis Carroll (Through the Looking Glass - Alice hinter den Spiegeln) Now, HERE, you see, it takes all the running YOU can do, to keep in the same place. If you want to get somewhere else, you must run at least twice as fast as that!' (wiedergegeben in der Übersetzung von Christian Enzensberger)
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Michael Wolf wieder OB in Altenburg
Die Ergebnisse wurden offenbar so stark nachgefragt, dass der Server von ABG-net zeitweilig nur schwer erreichbar war. Möglicherweise war dafür der „Wahl-Krimi“ verantwortlich, den sich die Kandidaten bei der gleichzeitig stattfindenden Landrats-Stichwahl lieferten – zeitweilig lagen die Kandidaten weniger als 10 Stimmen auseinander. Am Ende siegte die Kandidatin der Linkspartei, Michaela Sojka. Bei der Abstimmung über den zukünftigen Landrat ging es nach Insiderinformationen weniger darum, welcher Partei dieser angehören würde, sondern ob er eher dem Land oder der Stadt zuneigen würde. Der bisherige Amtsinhaber, der parteilose Kandidat Sieghardt Rydzewski (Ex-Lehrer, Ex-SPD), galt als „landfreundlicher“ Kandidat.
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Der Herr Berger und das Video – die unendliche Geschichte
Neueren Informationen zufolge hat er sich nun auch noch mit dem örtlichen Buchhändler, der Schnupfhaseschen Buchhandlung angelegt. Dessen Chef Albrecht Reinhold war aus der Werbegemeinschaft ausgetreten, „sei aber gar nicht dort Mitglied“, wie Berger gegenüber der örtlichen Presse äußerte.
Es ist auffällig, wie viele „Gesprächsangebote“ Herr Berger nun schon gemacht hat, um das YouTube-Video zu rechtfertigen – den entscheidenden Schritt hat er aber nicht getan: Dieses lästige und für Altenburg möglicherweise schädliche Video aus YouTube zu entfernen.
Der eigentliche Stein des Anstoßes, der Modemarkt, ist inzwischen längst den Köpfen entwichen und zu einem künstlich aufgeblasenen Luftballon geworden. Ob er wirklich so „geschäftsschädigend“ ist, wie Herr Berger ständig behauptet, ist keinesfalls sicher, denn wer in der Stadt kauft, kauft üblicherweise nicht auf der grünen Wiese und umgekehrt.
Man kann der Werbegemeinschaft und ihrem Vorsitzenden Gebhard Berger eigentlich nur raten, sich nun mit Elan auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren, nämlich die Belebung der Innenstadt (oder was davon noch übrig blieb) durch Handel und Gastronomie. Kluge Menschen, mit denen der Plasterstolperer lange Zeit arbeitete, hatten ein Motto: „Wir machen nur Geschäfte, von denen wir etwas verstehen“. Da kann der Plasterstolperer nur raten: „Zurück in die Läden und Betriebsstätten, und dafür sorgen, dass sie zum Wohle der Stadt blühen.“ Oder hat man dafür keine Zeit mehr?
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Werbegemeinschaft Altenburg: doch nicht lernfähig?
Statt dessen konnte man eher das Gegenteil feststellen: In einer Presserklärung lenkte Berger vom eigentlichen Problem der Werbegemeinschaft ab und ging mit fadenscheinigen Argumenten zum Angriff auf die Bauereichefin über.
Wie Berger schrieb, betreibe die Brauereichefin mit ihren Austritt Wahlkampf, wörtlich: „Es scheint Frau Hasse … wichtiger zu sein, dass der jetzige Oberbürgermeister in der Stichwahl noch einmal durchkommt.“
Nun ist zwar Wahlkampf in Altenburg, aber ob das Tun oder Unterlassen der Brauereichefin den Wahlkampf wesentlich beeinflussen kann, muss wohl eher mit einem Lächeln quittiert werden.
Es scheint, als ob Gerhard Berger selber die Dinge in der Skatstadt mittlerweile in einem eigenartigen Licht sieht: Er selbst und seine Werbegemeinschaft haben zu einem großen Teil in den Händen, ob Altenburg für Bürger wie für Touristen attraktiv ist – und dazu trägt nun einmal das von ihm auf Youtube gestellte Video nicht bei – es bewirkt eher das Gegenteil.
Ob ein Modemarkt außerhalb der Stadt schädlich ist oder nicht – das sind Sandkastenspiele. Touristen beispielsweise, das weiß auch Herr Berger, gehen nicht auf Modemärkte auf der grünen Wiese. Aber sie erwarten möglicherweise ein attraktiveres Warenangebot und großzügigere Öffnungszeiten – vor allem, wenn die Touristen nach Altenburg kommen.
Die Innenstadt wird gegenwärtig durch mehrere Neubauten gefördert – daran kann gar kein Zweifel bestehen. „Zurück in Innenstadt“ könnet viel wichtiger und attraktiver sein als die unselige Diskussion um den Modemarkt, die ständig populistisch ausgeschlachtet wird. Wenn mehr Menschen in der Innenstadt wohnen, dann kaufen auch mehr Menschen in der Innenstadt – das ist, beispielsweise, Innenstadtförderung.
Niemand, auch Herr Berger nicht, sollte erwarten, dass er die Zeit durch Protektionismus anhalten kann. Jede Stadt, auch eine kleine Stadt wie Altenburg, lebt davon, dass die Menschen gerne allzeit durch die Stadt schlendern. Deshalb sind Ideen gefragt – und die sollte Herr Berger jetzt auf den Tisch legen, statt Presseerklärungen und Zeitungsanzeigen zu verfassen und YouTube-Videos drehen zu lassen.
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Kinkerlitzchen und Kleinkariertes vor der OB-Stichwahl
Kleinkariert und lästig: Querelen in der Werbegemeinschaft
Das Ärgernis Nummer eins in der Stadt ist gegenwärtig die Propaganda via YouTube der Werbegemeinschaft Altenburg, durch die seither ein tiefer Riss geht. Das Thema ist noch lange nicht begraben, weil es über die Wahl des OB in Altenburg hinausreicht. Die Frage ist, als wessen Anwalt sich die Werbegemeinschaft eigentlich fühlt – und das ist keinesfalls parteipolitisch gemeint, sondern trifft jeden Bürger der Stadt.
Altenburg und Denkmalsschutz - zu Tode schützen?
Blieben noch „die“ Denkmalsschützer, die ebenfalls Propaganda gegen den gegenwärtigen OB machen. Auch sie sollten sich besinnen, dass der Fremde, der Altenburg besucht, heute (und nicht in 20 Jahren) ein halbwegs intaktes Stadtbild sehen möchte, unabhängig davon, ob alle Baudenkmäler erhalten werden können oder nicht. Altenburg darf nicht zu Museumsstadt mit „inneren Schätzen“ verkommen, die äußerlich kaum etwas hergeben.
Klare Ansagen: Weg mit der Selbstgefälligkeit
Der Rat des Plasterstolperers aus vollem Herzen und uneigennützig an alle Bürger und Mandatsträger: Hören Sie auf mit den Spitzfindigkeiten, der Besserwisserei und der Selbstgefälligkeit. Die Zukunft liegt unmittelbar vor Ihnen, nicht hinter Ihnen und nicht in weiter Ferne.
Wir alle gestalten den Weg Altenburgs nicht vorrangig für uns selbst und die Gegenwart, sondern für die kommenden Generationen und ihre Zukunft in der Stadt. Wer das nicht einsieht, sollte überprüfen, ob er dem Amt oder Mandat gerecht wird, das er ausübt.
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Keine Empfehlung der CDU zur OB-Stichwahl – gut so
Doch Erzrivale hin – Erzrivale her – Peter Müller hat die Konservativen der Stadt in zwei konservative Lager gespalten, und beide Lager liegen gegenwärtig im Grabenkampf miteinander. So ist es nur konsequent, dass sich die CDU zurückhält, wenn es um eine Wahlempfehlung geht. Mehrheiten in Sachfragen werden sich immer erreichen lassen, wenn Populismus einerseits und Ideologie anderseits „außen vor“ gelassen wird.
Sicher ist vor allem dies: Pro Altenburg muss sich im Stadtrat erst noch beweisen – und da wird sich zeigen, was man wirklich kann und wo man nur von Lippenbekenntnissen lebte. In zwei Jahren werden wir mehr darüber wissen.
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Altenburg – nicht konsequent zur Touristenstadt ausgebaut
Der Pflasterstolperer ist noch nicht dahintergekommen, könnte sich aber vorstellen, dass viele Altenburger (auch Stadträte) in Touristen keine Bereicherung der Stadt sehen. Richtig bemerkt dazu der Fremdenverkehrsverband, man müsse wohl noch an der Verschönerung der Stadt arbeiten, wenn man Touristen anlocken wolle. Gerade erst ist von der Presse und konservativen bürgerlichen Kreisen ja eine Verschönerungsaktion in die Tonne getreten worden - weil sie Geld kostet. Der Pflasterstolperer mag seine Gäste schon gar nicht mehr über die Teichstraße zum großen Teich führen – diese Ruinenstraße ist, vor allem im Mittelteil und samt Nebenstraßen, ein Schandmal für die Stadt. Sicher, daran tut man jetzt etwas, weil man die Innenstadt wieder besiedeln will, und das ist gut so. Vielleicht kann man ja eines Tages auch von Rossplan auf den Markt gehen, ohne an den verbliebenen Ruinen der Moritzstraße vorbeizugehen. Vielleicht einmal – aber JETZT und HIER wäre eben für den Tourismus sinnvoller, und dieser Sinn ließe sich wohl nur durch stärkeres Engagement von privaten Investoren erzielen.
Wer Tourismus in Altenburg will, der darf durchaus verdecken und verstecken, solange man noch nicht die Mittel hat, die Stadt nachhaltig zu verschönern – aber Tourismus muss eben Prioritäten bekommen gegenüber der Selbstgefälligkeit der Altenburger Bürger, die glauben, unkritisch mit sich selbst umgehen zu können.
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Warnschuss: Brauerei steigt aus Werbegemeinschaft aus
Stein des Anstoßes war ein Video, das Altenburg nicht von seinen besten Seiten zeigte. Willkürlich herausgegriffene, längst geschlossene Geschäfte in schlechter Lage zu zeigen, die sich in verfallenen Häusern befinden – ist dies die Aufgabe einer Werbegemeinschaft?
Die Altenburger Brauerei hat die Konsequenzen gezogen – und die Mitgliedschaft in der Werbegemeinschaft fristlos gekündigt. Das schadet zwar der Stadt zwar kurzfristig auch, aber es könnte mindesten dazu dienen, das Nachdenken in der Werbegemeinschaft zu fördern. Die Händler verdienen mehr Geld, wenn mehr Menschen nach Altenburg kommen, und die Menschen, die nach Altenburg kommen, wollen hier neben sonstigen Attraktionen vor allem interessante Angebote der Händler. Sollte sich die Werbegemeinschaft wieder darauf besinnen – dann wäre der erste Schritt in die richtige Richtung gemacht.
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Kommentar zur OB-Wahl in Altenburg: Niederlage für Konservative
Die Konservativen in Altenburg haben eine Niederlage erlitten: Nachdem Peter Müller seine Partei „Pro Altenburg“ gründete, standen sich zwei konservative Parteien gegenüber: Pro Altenburg als neokonservative Stadtgruppierung einerseits, und die CDU als Vertreterin der Altkonservativen andererseits. Allerdings wird damit das Potenzial konservativer Wähler kaum größer, und genau das ist gestern bei der OB-Wahl deutlich geworden.
Man mag darüber streiten, warum der Amtsbonus von Michael Wolf nicht ausreichte, um sich im ersten Wahlgang durchzusetzen – doch das sind Spekulationen. Wer jemals in einer hervorgehobenen Position war, der hat schon erfahren, dass man sich nicht nur Freunde macht, wenn man weiß, was man will und dies auch durchsetzt – und zudem: Auch in bedeutenderen Städten als Altenburg gewinnen die Amtsinhaber nicht immer im ersten Wahlgang.
Wie bekannt, ist Altenburg in einer schwierigen Lage, und die Altenburger selbst sind eher Menschen, die das Bestehende zementieren wollen als sich das Neue zu wünschen. Gegen diese Haltung spricht, dass sich das Bestehende auf Dauer nicht konservieren lässt und die Zukunft auch vor Altenburg nicht haltmacht. Ein starker Oberbürgermeister, der auch von seinen Widersachern unterstützt würde, wäre deshalb wünschenswert.
Selbst diejenigen unter uns, die schon etwas älter sind, dürfen sich vor der Zukunft nicht verschließen: Sie gehört nicht den Stillen, den Hasenfüßen, den Ja-Sagern, sondern jenen, die mutig in die Zukunft hinausschauen – ich hoffe, dass die Mehrheit in Altenburg am Ende so denkt.
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OB-Wahl: Stichwahl zwischen Michael Wolf und Peter Müller
Interessant war, dass die Ergebnisse der OB-Wahl das Verhältnis dieser Stimmen in etwa widerspiegelte. OB-Wahlen sind zwar keine Parteiwahlen, aber in der politisch kontroversen Skatstadt Altenburg kann dennoch davon ausgegangen werden, dass der politische Wille sich auch im Wahlergebnis des Oberbürgermeisters niederschlägt. Dies schieint der Fall gewesen zu sein: Bei relativ geringem Zugewinn des konservativen Lagers erreichte der Amtsinhaber Michael Wolf im ersten Wahlgang nahezu 46 Prozent (45,9) der Stimmen. CDU-Kandidat Andé Neumann kam auf 19,4 Prozent und Pro-Altenburg-Kandidat Peter Müller erreichte 23,4 Prozent – gemeinsam kamen sie also rechnerisch auf 42,8 Prozent, was wieder in „Lagern“ gemessen einen moderaten Anstieg bedeutet. Abgeschlagen auf Platz vier landete Michael Sonntag (für „Die Linke“) mit 11,2 Prozent.
In der Skatstadt blickte man vor allem gespannt auf Platz zwei: Hier war ein Duell zwischen André Neumann und Peter Müller erwartet worden, das Müller im Endspurt deutlich gewann.
Die Stichwahl steht also an: Sie wird Michael Wolf gegen Peter Müller heißen.
Daten und Fakten aus Internet-Quellen, unter anderem Wikipedia, und OVZ.
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Bürgermeisterwahl: Peter Müller (Pro Altenburg) wird Zweiter
Doch so überraschend ist Müllers zweiter Platz nun doch nicht, denn wenngleich man dem Kandidaten Peter Müller Populismus vorwerfen kann, so hat er seinen Aufstieg doch schlau eingefädelt. Es dürfte ja keine Frage sein: Altenburg ist nicht gerade eine CDU-Hochburg, und die Partei selbst ist in der Skatstadt nicht in bestem Zustand – das fiel dem Pflasterstolperer bereits auf, bevor „Pro Altenburg“ von Müller gegründet wurde. Insofern repräsentiert das Ergebnis von Peter Müller (23,4 Prozent) mal gerade etwas über dem, was die Hälfte der konservativen Wählerschaft in Altenburg ausmacht – die andere, etwas schwächere Hälfte (19,4 Prozent) ging an André Neumann.
Als „Gründungsmütter“ der Gruppierung „Pro Altenburg“ können die „Freien Wählervereinigungen“ einerseits (nach Baden-Württembergischen Vorbild) und die regionalen Protestparteien (z. B. Schill-Partei, Hamburg) andererseits gezählt werden. Peter Müller hat den Namen nicht ungeschickt gewählt, denn wenn seien Partei „Pro Altenburg“ heißt, wird suggestiv unterstellt, dass man die „bessere“ Altenburger Partei ist.
Bleibt zu sagen, wie das Ergebnis für den Amtsinhaber ausfiel: Michael Wolf erhielt bei der gestrigen Wahl 45,9 Prozent der Stimmen und tritt damit gegen Peter Müller zur Stichwahl an. Er kündigte an, auch in den verbleibenden Tagen bis zur Stichwahl die Sachthemen in den Vordergrund zu stellen.
Zitat Müller: OVZ
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Die OB-Wahl in Altenburg: Es bleibt spannend
Nun sagt man ja, „Gibt der Herr ein Amt, dann gibt er auch Verstand“, doch dieser Spruch stammt noch aus Zeiten, als das Amt nicht so kompliziert war wie heute. Wer heute das Amt eines deutschen Oberbürgermeisters bekleidet, sollte schon ein wenig von der Materie verstehen – wenn Sie mich fragen.
Ein Blick zurück auf den Wahlkampf? Mir war er einen Tick zu populistisch. Altenburg steht vor anderen Herausforderungen als der, was man mit dem Hundekot macht. Die Bürger sollten wissen, dass die Entscheidungen, die heute gefällt werden, morgen ihr Leben beeinflussen werden – und damit auch über ihr persönliches Wohlergehen entscheiden.
Kandidaten sollen und dürfen Visionen von einer besseren Zukunft der Stadt haben – das ist ihr gutes Recht – aber es wäre auch schön gewesen, wenn diese Visionen wenigstens ein wenig mit Fakten unterlegt worden wären – und das war eben vielfach nicht der Fall.
Wie jeder freie Journalist kann ich nur meine Meinung sagen – und keine Wahlempfehlung geben, außer einer: Gehen Sie bitte zur Wahl – sonst ist Ihre Stimme verloren.
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Am Tage Fisch essen



