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Altenburg – Laden/Büro zu vermieten (Innenstadt)

vermietungen altenburg
Altenburg - Laden (Büro) preiswert zu vermieten


In Altenburg (Thüringen) vermiete ich diesen wundervollen Laden in innenstadtnaher Lage. Der Laden lässt sich nahezu beliebig aufteilen und kann auch als Büro genutzt werden. Große Schaufenster bieten Ihnen umfassende Gestaltungsmöglichkeiten für jedes Waren- und Dienstleistungsangebot.

Wo: 04600 Altenburg
Wann: Sofort.
Miete: Erschwinglich.

Kontakt: Gebhard Roese, Mobil 016093095395.

Der Laden wurde bereits vermietet. Weitere Anfragen sind zwecklos.


Rote Nebel über Thüringen – oder Lichtgestalt Ramelow?

Bevor ich mich politisch äußere, gehe ich gerne über den Markt. Oh, es gibt sie weiterhin: Thüringer Würste mit Thüringer Senf. Soviel hat die Wahl von Bodo Ramelow zum ersten linken Ministerpräsidenten also nicht verändert. Doch die Gespräche auf dem Markt zeigen: Nun liegt roter Nebel über Thüringen. Kaum jemand weiß, was die neue Regierung will oder kann, und nur wenige trauen ihr etwas zu. „Das Regieren wird wohl schwer werden, aber ich denke, sie schaffen es, das Land zu verwalten. Das ist auch wichtig.“ Ein Satz aus dem Nebel, der vermutlich mehr Wahrheit beinhaltet, als es der neuen Regierung lieb sein kann.

Nein, da fehlt eindeutig das proletarische Triumphgeschrei, das viele erwartet haben, wenn zum ersten Mal ein dunkelroter Ministerpräsident gewählt wird. Möglich, dass diejenigen Thüringer, die immer noch der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands nahestehen, nicht viel halten von Bodo Ramelow - den die "Frankfurter Rundschau" als den „Gemäßigtsten der Gemäßigten in der Linkspartei“ bezeichnete.

Wie kam es, dass die Linkspartei, die immer noch eher die SED-Nachfolgepartei gilt, in Thüringen zu so viel Macht bekam?

Die Linkspartei profitiert vom Versagen der CDU und der Schwäche der SPD

Da wäre zunächst die Vorgeschichte: Die CDU in Thüringen stellet zwar bisher die Ministerpräsidentin, doch fehlte es ihr als Person und der CDU als Partei an Profil. Ein bisschen Bürgerlichkeit, ein bisschen Christentum, die Werte von Ehe und Familie - das begeistert auf Dauer keinen Menschen im Osten. Hinzu kommen die Unzufriedenen von überall, aber eben auch vom rechten Rand. Von dort also, wo die Demokratie dem Kanarienvogel des Bergmanns gleicht: Zuerst sterben ein Paar Freiheiten, dann stirbt auch der Rest der Demokratie. Auf der anderen Seite sieht es ebenso kläglich aus: Die SPD ist in einem beklagenswerten Zustand, weil sie in Ostdeutschland keine Verankerung in der Arbeiterschaft und der kritischen Bürgerschaft hat. Bliebe also die Linkspartei, die heute als eine Art „Heimatpartei des Ostens“ angesehen wird. Viele Thüringer identifizieren sich mit ihr so stark wie mit der Rostbratwurst. Deshalb wählt man sie. Kaum jemand der vielen Linkswähler wollte vermutlich den gemäßigten Ramelow wählen, aber nun hat man es eben die Linkspartei gewählt, weil man im Herzen immer noch „DDR“ ist.

Am Ende wurde Bodo Ramelow also zum Ministerpräsidenten gewählt – niemand hat es mehr verhindern können, und vermutlich hat es auch niemand mehr verhindern wollen, zumal die „alte Tante CDU“ am Ende nur noch das erbärmliche Bild eines politischen Trödlers hinterließ. Aus dieser Sicht steht Bodo Ramelow als Person tatsächlich wie ein Hoffnungsträger da. Nun muss er nur noch politisch wirksam werden, muss beweisen, dass ein Mann ohne einschlägige Erfahrung, mit Gegnern in der eignen Partei und zwei Koalitionspartnern, auch zum Regieren bereit ist.

Interessant für die Betrachtungen außerhalb Thüringens: Der politische Kommentator der „Frankfurter Rundschau“, Stephan Hebel, reklamiert bereits, dass Ramelow möglicherweise nicht „links genug“ ist und behauptet, „dass … auch im demokratischen Spektrum noch Platz ist links von Ramelow.

Es ist Stephan Hebels gutes Recht, dies zu schreiben. Aber er deckt damit auf, dass der Kommunismus von vielen Redakteuren nicht als Gefahr, sonder, als demokratischer Segen angesehen wird. Und das geht mir einen Schritt zu Weit, zumal, wenn man dies aus einer westdeutschen Redaktionsstube heraus schreibt. Was wäre wohl, wenn ein Redakteur in Deutschland geschrieben hätte: „Es gibt im demokratischen Spektrum noch einen Platz jenseits von Bernd Lucke?“

Abgesehen von der Lobpreisung aus dem deutschen Westen - noch liegt viel roter Nebel über der zukünftigen Politik in Thüringen. Wem es ein Trost ist: 34 Prozent Thüringens bestehen aus Wald. Dem schadet der Nebel nicht. Und man wir wohl schaffen, die restlichen 66 Prozent noch irgendwie zu verwalten.

Wie die innere Wiedervereinigung geistig torpediert wird

Friedrich Schorlemmer ist ein angesehener Mann, daran kann kein Zweifel bestehen, und er verdient dieses Ansehen. Auf der anderen Seite ist er einer jener Menschen, die glauben, die Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit für sich gepachtet zu haben. Nicht wenige evangelische Pfarrer, die ich kennenlernte, sind von ähnlicher Natur. Ihr Motto könnte sein: „Gott ist gerecht, und will ich an ihn glaube, ist mein Urteil über die Welt ebenso gerecht.“

Dieser Herr Schorlemmer hat einen Artikel verfasst, nachzulesen bei ihm selbst, aber auch veröffentlicht in der „Leipziger Volkszeitung“. Seine wesentlichen Aussagen bestehen in dreierlei. Erstens, dass Friedrich Schorlemmer der edlere und aufrichtigere Mensch gegenüber Wolf Biermann ist. Zweitens, dass es ganz schlecht und ganz falsch war, was Biermann im Bundestag sagte, und drittes, dass sich die armen Bescholtenen nicht einmal wehren duften.

Biermann sei, so Schorlemmer, ein „begabter Narziss und ein gefährlicher Rechthaber“ – Attribute, die etwas abgewandelt auch für Friedrich Schorlemmer zutreffen könnten, wenn sie wahr wären. Einen 78-jährigen Poeten und Liedermacher ohne Gewaltpotenzial einen „gefährlichen Rechthaber“ zu nennen, ist schon von Grund auf eine Unverschämtheit. Doch es kommt noch dicker: Schorlemmer vergleicht Biermann mit Mielke, um ihn mit niederträchtiger Polemik anzugreifen:

Er wendet sich an die Linken mit seiner herrschaftlichen Ihr-Anrede, um sie niederzumachen, dieser ehemalige Genosse. Der letzte, der solches herrschaftliches „Ihr“ in einem deutschen Parlament gebraucht hatte und dafür ausgelacht wurde, war vor fast genau 25 Jahren Erich Mielke am 13. November 1989 in der Einheitsfront-Volkskammer gewesen.


Nun gut, mag man sagen, da greift ein älterer Pfarrer einen bereits außerordentlich betagten Liedermacher an, der ihm nicht liegt. Was soll’s? Was gehen uns diese beiden Personen der Geschichte eigentlich noch an?

Wer dieser Meinung ist, wird bald eines anderen belehrt. Schorlemmer weiß das Volk der Ex-DDR hinter sich. Wie so viele andere war er ein Gegner der Wiedervereinigung des deutschen Volkes. Doch während sich bei anderen durchsetzte, dass es keinen „Sonderweg DDR“ geben könne, wollte Schorlemmer ihn. Und er steht bis heute dazu. Ziel war damals, eine politische und wirtschaftliche „Vereinnahmung“ der DDR zu verhindern. Seither pflegen viele Ex-DDR Bürger die Illusion, es wäre damals möglich gewesen, aus dem ökonomischen und ideologischen Trümmerhaufen DDR aus eigener Kraft einen neuen Staat zu schaffen. Wahrscheinlich wird sich diese Märchen noch lange halten. Zugleich aber torpediert man mit dieses Wunschvorstellungen die „innere Wiedervereinigung“, und der erste Satz dazu würde heißen: „Ich bin Demokrat, Deutscher und Europäer.“

Ein Teil der Ex-DDR-Bürger klatschten Schorlemmer Beifall. „Die Mehrheit der DDR-Bürger“, so tönt ein Leser der LVZ, habe ich eine „selbstbewusste, eigenständige, mit dem Westen Deutschland friedlich konkurrierende DDR gewünscht.“

Man könnte, wenn man wollte, die Rhetorik dieses Satzes untersuchen, und würde man es tun, so würde, man feststellen, dass er „das Gestern“ zementiert: „DDR-Bürger“, „der Westen Deutschlands“, die „friedliche Koexistenz zweier deutscher Staaten.“

Auch die konnte man unschwer aus den vielen positiven Leserbriefen an die LVZ herauslesen: Vielen Menschen ist immer noch nicht klar, dass man zu Anfang einen falschen Eindruck von der eigenen Situation haben kann, ihn aber später durchaus korrigieren darf. Denn nicht nur in der damaligen DDR gab es Mahner, die vor einer Wiedervereinigung warnten, in der „alten Bundesrepublik“ war sie ebenfalls umstritten. Heute, gegen 25 Jahre danach, sollten eigentlich beide Seiten froh sein, dass sich diejenigen durchsetzten, die eine Wiedervereinigung wollten.

Übrigens wäre es schön, wenn die Menschen in Brandenburg, Sachsen, Sachen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern endlich sagen würden, sie seien Deutsche, von Europäern ganz zu schweigen. Aber selbst das scheint ihnen schwerzufallen.

Mindestlohn: der größte sozialpolitische Irrsinn - niemand gewinnt

Rot ist teurer - aber nicht besser
Ist es gut, wenn Löhne über Nacht um 10, 20 oder gar 30 Prozent steigen? „Natürlich nicht“, werden alle denkenden Menschen empört aufschreien – dann steigen die Preise ja ins Unendliche, und daraufhin müssen auch die Löhne wieder steigen.

Das Gute: Nicht alle Löhne steigen. Das Schlechte: Einige Löhne steigen viel zu stark – so stark, dass sie Begierden wecken bei all jenen, die heute zwischen neun und zehn Euro verdienen – in teils durchaus anspruchsvollen Berufen. Nichts Neues, dass auch Selbstständige sich von der Regierung angepisst fühlen, denn sie verdienen teils deutlich unter 8,50 EUR – denn bei den 8,50 ist man schon krankenversichert, rentenversichert und hat Anspruch auf Erholungsurlaub.

Mit recht unzufrieden: Fachkräfte

Bleiben wir bei den Arbeitnehmern: der „Kollege nebenan“ bezieht Mindestlohn und verdient in der Woche nur 60 Euro weniger als der qualifizierte, gelernte und engagierte Arbeitnehmer, der täglich die Interessen des Unternehmens nach außen vertritt, wie eine Fachverkäuferin beispielsweise?

Das alles ist kein Scherz, sondern die Realität. Wenn der Staat in die Tarifhoheit eingreift, indem er „Mindestlöhne“ per Regierungs- und Parlamentsdiktat durchsetzt, schafft er Unruhe in der Arbeitnehmerschaft. Denn nun gibt es Anreize für andere, nun endlich ihren „gerechten Lohn“ durchsetzen wollen. Einen Lohn, dessen Durchsetzung möglicherweise gerechter ist als die des (auch unter Arbeitnehmern) verhassten Mindestlohns.

Nicht sozial, nur teuer

Nahezu überall, wo geringfügige Dienstleistungen oder Zuträger-Arbeiten angeboten werden, sind die Preise bereits erhöht worden oder sie stehen kurz vor der Erhöhung. Der Bäcker kalkuliert bereits mit einer Kostensteigerung von 20 Prozent. Der Taxiunternehmer rechnet heute sogar mit 25 – 30 Prozent Steigerung. Der Friseur mit viel Personal denkt an Entlassungen, und jener mit wenig Personal kann seine Friseurinnen nur noch dann bezahlen, wenn auf einen Kunden sofort der nächste folgt. Leerzeiten sind dann einfach unbezahlbar. Taxis werden deutlich teurer, Handlangerdienst so gut wie unbezahlbar, und Hotels wie auch Gaststätten sind gerade dabei, neue Personal- und Kostenkonzepte zu erstellen. Der eine oder andere Betrieb wird nun das Handtuch werfen – und die Zirkusse, ohnehin immer am, Rande der Kostenschere, werden teilweise aufgeben. Die Folge: Entlassungen und Arbeitslosigkeit.

Sozial war gestern - Mindestlohn ist heute

Und für wen ist der Mindestlohn nun „sozial“? Für die Bezieher, die jetzt vielleicht wirklich 60 Euro mehr verdienen, falls der Chef nicht die Notbremse zieht? Entlassung oder weniger Wochenarbeitszeit? Und: Was auf der einen Seite mehr verdient wird, muss auf der anderen wieder ausgegeben werden. Die Bezieher kleiner Einkommen werden ganz erheblich dafür blechen müssen, dass andere Bezieher kleiner Einkommen mehr Lohn bekommen, damit sie auch teurer einkaufen können - was für ein sozialer Unsinn!

Alle zahlen mehr, kaum jemand gewinnt

Man könnte argumentieren, dass es nicht die „kleinen Leute“ sind, die oft zu Friseuren gehen, Taxis nutzen oder andere Dienstleistungen in Kauf nehmen. Aber sie trifft es eben besonders schlimm. Eine Fernfahrt zum Facharzt hin und zurück wird bald gegen 74 Euro kosten (heute 49 Euro) - das sind Mehrkosten von 25 Euro (1). Und weil jeder irgendwann mal irgend etwas in Anspruch nimmt, woran ein Mindestlohnempfänger verdient, werden am Ende alle bestenfalls gleich viel Geld, möglicherweise aber deutlich weniger haben. Wenn sie nicht gleich auf die Straße gesetzt werden, weil den Chef die Lust verlässt, unter immer schwereren Bedingungen noch Personal zu beschäftigen.

Angeschmiert von Links

Im Grunde werden wir alle angepisst vom Mindestlohn – und wir sollten wirklich niemals vergessen, dass uns genau dies die SPD – die Sozialdemokratische Partei Deutschland – eingebrockt hat. Es hätte freilich noch schlimmer kommen können, wenn die Sozialdemokratie sich mit der Partei „Die Linke“ zusammengetan hätte. Ist das ein Trost? Ich denke nicht. Mindestlohn ist keine soziale Tat, sondern sozialer Beschiss.


(1) OVZ vom 14.11.2014, Lokales/Altenburg

Ein kleiner Nachtrag: Auf dem Markt zu Altenburg ist der Mindestlohn das Thema Nummer eins. Allgemeine Beobachtung: Die Angestellten der Marktbeschicker strahlen, weil mehr Geld in die Kasse kommt. Man gönnt es ihnen, schaut aber skeptisch auf die Preiserhöhungen, die je nach Produkt durchaus mal 30 Prozent ausmachen. Und als "Beschissene" bei alldem fühlen sich die Kleinrentner. Deren Einkommen steigt nämlich nicht über Nacht um 25 oder gar 35 Prozent. Soweit dazu, dass gerade die "kleinen Leute" jetzt Jubeln und Jauchzen.

Möwenzug via Altenburg

Eine kurze Rast und dann ...
Eigentlich ist „die Möwe“ als solch ja kein Zugvogel, aber dann und wann packt sie die Wanderlust – und dann zieht sie in den „wilden Süden“ beispielsweise nach NRW – so sagen es jedenfalls Vogelforscher. Diese hier fanden den Großen Teich in Altenburg so attraktiv, um eine Rast einzulegen.

Und weiter ging die Möwenreise.


Nichts wie weg hier ...


Bis der Himmel voller Möwen hing. Wohin? Wer weiß es schon?

Die Möwe ist kein typischer Zugvogel - aber weiß sie es?

Unmittelbare Auswirkungen – wie die Sozis kleine Unternehmer ruinieren

Selbstverständlich kann man ein kleines Unternehmen führen, das „seinen Mann“ ernährt. Selbstausbeutung bleibt erlaubt, sogar im Sozialismus. Aber wehe, man benötigt Mitarbeiter. Dann muss man neu kalkulieren – und nicht selten stellt man dann fest, dass die Mitarbeiter unterm Strich etwa soviel verdienen würden wie man selbst – wenn nicht mehr

Nachdem die Sozialisten in Deutschland ihre Forderungen durchgeboxt und einen Mindestlohn durchgesetzt haben, stehen viele kleine Betriebe vor der Frage: Lohnt es sich unter diesen Voraussetzungen überhaupt noch, weiterzumachen? Gewiss, man kann versuchen, die Mehrkosten auf die Kunden abzuwälzen: Besonders trifft es Taxiunternehmer, Floristen, Friseure, allgemeine Dienstleistungen und Bäcker – aber auch das Hotel- und Gaststättengewerbe.

Bei den Kleinunternehmern gibt es kaum ein anderes Thema derzeit: Die erheblichen Lohnsteigerungen (teils gegen 2,50 Euro pro Stunde) sind in der Kalkulation nicht drin – sie werden sofort auf die Preise umgelegt. Die Bäckerwarenverkäuferin rechnet mir vor, dass der Preis für meine Lieblingsschnitte um 20 Cent steigen wird - gegen 15 Prozent. Für mich kein Problem, aber was ist mit den Menschen, die mit jedem Cent rechnen müssen? Die Renterinnen und Rentner, die von erbärmlich niedrigen Renten leben müssen? Alleinerziehende Mütter, die nicht in den fragwürdigen „Genuss“ das Mindestlohns kommen werden, weil sie in ihren Lehrberufen kaum mehr verdienen, als es jetzt jedem Hilfsarbeiter zusteht? Lohnt es sich dann noch, eine Lehre zu absolvieren?

„Wenn die Kunden die Preiserhöhungen nicht annehmen, wird der Chef schließen müssen“, sagte mir die Backwarenverkäuferin. Es wäre Schade drum.

Merkwürdig, dass die sozialistische Bevormundung nun wieder in die EX-DDR zurückkehrt – durch West-Sozis. Beunruhigend nur, dass die Partei „Die Linke“ noch extremere Parolen ausgibt. Aber von der ist man ja auch nichts anderes gewöhnt. Der Mindestlohn, da sind sich fast alle einig, sogar die Sozis, wird Arbeitsplätze kosten, statt welche zu bringen. Das wird zynisch hingenommen – Hauptsache, man ist ein guter Sozialist, Kommunist oder Sozialdemokrat. Dann kann man Sonntagsreden halten, dass man etwas gegen den Kapitalismus und für die „kleinen Leute“ tut.




Thüringen: Die Zukunft mit der SPD ist die Zukunft ohne SPD

Die SPD Thüringens, immer schon schwächelnd und nun am Rande der politischen Bedeutungslosigkeit (12,4 Prozent Wählerstimmen), hat sich vermutlich endgültig ins Abseits manövriert. Denn der Entschluss, die bürgerliche Mitte zu verlassen, wird sie in Zukunft für Thüringens Bürger noch unattraktiver machen, als sie es ohnehin schon ist.

Der Grund ist einfach: das tatsächliche „linke“ Wählerpotenzial im Sinne der kritischen Intellektuellen und veränderungswilligen Bürger, die einst im Westen Willy Brandt und Helmut Schmidt wählten, waren keine Herzensliebhaber der Sozialdemokratie. Sie waren vielmehr Menschen, die den Muff aus der Gesellschaftsordnung der 1960er Jahre herausblasen wollten. Sie glaubten an den Fortschritt in Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft und wollten die Zukunft Deutschland in einem neuen Licht gestalten – und ganz überwiegend nicht im sozialistischen Mief. Wenn sich die SPD jetzt nach Linksaußen wendet, sei es in Ost oder West, findet sie dort nur Bürger, die ohnehin Linkspartei wählen – auch in Thüringen.

Man muss sich in darüber klar sein, dass der Sozialismus in seinen vielen Varianten (und eben auch in der DDR-Variante) für viele Menschen in Ostdeutschland immer noch ein nostalgisch verklärter Hoffnungsträger ist. Es sind, wie man aus Gesprächen entnehmen kann, vor allen Personen, die erwartet hatten, dass nach der Wende alles bleiben würde, was man als „bequem“ lieb gewonnen hatte – und die bitter enttäuscht waren, als die nicht der Fall war. Diese Menschen sind es, die „Links“ wählen, und sie sehen keine Veranlassung, die SPD zu wählen. In Wahrheit wissen sie gar nicht, was die SPD für die Entwicklung Deutschland nach 1945 bedeutete, und sie wollen es auch gar nicht wissen, weil die gesamtdeutsche Geschichte niemals in Ihre Köpfe drang.

Wahrscheinlich wird die SPD in Thüringen nun noch für einige Jahre Juniorpartner der Partei „die Linke“. Anders als die Grünen, die dabei vielleicht noch mit Umweltthemen glänzen können, hat die SPD nichts zu bieten als die zweite rote Farbe in Rot-rot –also mit anderen Worten: überhaupt nichts.

Thüringen wird all dies nicht guttun. Sollte rot-rot-grün wirklich eine Regierung bilden, so stehen die Zeichen für wirtschaftlichen Rückenwind schlecht. Sozialistische Politik hat noch nirgendwo zu wirtschaftlicher Prosperität geführt – und eine starke, innovative Wirtschaft ist es, was dieses Land wirklich braucht.

Verluste als Argumente – sinnvolle Innenstadtförderung?

Aus dem Altenburger Rathaus hörte man dieser Tage, man müsse den innerstädtischen Einzelhandel vor Verlusten bewahren. Das gilt, wen wundert es, vor allem dann, wenn dieser Umsatz in Nachbargemeinden abwandern könnte. Und dann wird eine Zahl genannt: 18,5 Millionen Euro Umsatzverlust pro Jahr.

Diese Denkweise kann man goutieren oder auch nicht -und die Presse ist mal dieser, mal jener Meinung über das Vorgehen der Stadt Altenburg. Doch was wirklich verwundert, ist die immerwährende Argumentation mit Verlusten, die lediglich statistisch belegbar ist. Eigentlich sollten Innenstadthändler nicht an Verluste denken, sondern an Gewinne. Und eigentlich sollten Stadtverwaltungen dafür sorgen, dass die Menschen aus dem Umland gerne in die Stadt Altenburg kommen und dort möglichst viel Geld lassen.

Die Argumentation mit Negativ-Umsätzen wurde ja ein Altenburg schon häufiger versucht – nur hat sie niemals Sinn gehabt. Das Warenangebot in der Innenstadt ist auf den täglichen Bedarf zugeschnitten – die besten Kunden sind jene, die nicht Auto fahren oder ihren Bedarf lieber von Tag zu Tag kaufen, statt Vorräte einzulagern. Wer etwas Besonderes sucht, kauft dies ohnehin meist weder in Altenburg noch in Nobitz oder Windischleuba, sondern in Leipzig oder im Internet.

Das einseitige und mithin dürftige Warenangebot in der Stadt Altenburg ist eine Tatsache, und es ist nicht einmal sicher, ob sich mit dem Löwenmut einer Neugründung etwas verändern ließe. Aber es ist ebenso sicher, dass durch die „Verlustangst“ von Umsatz an die Nachbargemeinden kein einziger müder Cent mehr oder weniger in die Kassen des innerstädtischen Einzelhandels fließt.

Das Fazit? Die Furcht vor Verlusten ist keine gute Motivation - weder für die Stadt Altenburg noch für den städtischen Handel. Wagnisse und Gewinne sind die Grundpfeiler des kaufmännischen Handelns – und wenn sie gestärkt werden könnten, wäre auch etwas für die Stadt Altenburg erreicht.

Altenburg stolpert – und ist stolz darauf?

Der Absatz ist sicher drin, die Schuhspitze bisweilen auch: Altenburg stolpert
Altenburg hat viele hübsche gepflasterte Straßen, die den angeblich „mittelalterlichen“ Charakter der Skatstadt betonen sollen – so weit, so gut. – das freut die Touristen (wenn welche kommen). Weniger schön ist, dass man in Altenburg ständig über marode Bepflasterung stolpert. Irgendwann muss schließlich jeder einmal zu Fuß die Straße überqueren, und dann? Feste Leder-Halbschuhe oder Sportschuhe sind angesagt.

Die Anwohner bestimmter Straßen sind noch von anderen Problemen betroffen: Die schlechte und teilweise schadhafte Bepflasterung der Haupt- und Durchgangsstraßen führt dazu, dass der Lärm tagsüber unerträglich wird und die Gebäude erzittern, wenn schwere Lastkraftwagen über die maroden Straßenbelege rumpeln. Warum sollte man sich auch auch in den Innenstadthäusern wohlfühlen? Nicht wahr, alles hat seinen Preis?

Die Stadtverwaltung? Ach, die sieht so was „cool“. Geht ja alles nach Plan, alles nach Vorschrift. Bürgeranliegen? Was sind denn schon „Bürger“ in Altenburg? Die haben doch gar nicht die Kompetenz, solche technischen Dinge zu beurteilen. Das machen schon die Fachleute im Rathaus.

Der Stolperteufel lauert zwischen den Pflastersteinen

Und außerdem: Frauen über 60 (offenbar die Mehrheit der Innenstadt-Altenburgerinnen und Touristinnen) tragen selten High Heels – und der Rest soll sich halt anpassen und flache Schuhe tragen. Das Problem ist nur – mit ihnen kann man genau so stolpern, wenn man die Straße zufällig an dieser Stelle überquert.

Jazz in Altenburg am 28.05.2014 – Kees Schipper

Gestern gab es Jazz in Altenburg - nun, eigentlich Rock-Blues, besser bekannt als R&B. Im Weindepot Priem versammelten sich erstaunlich viele Menschen, um vor allem Kees Schipper zu hören - und daraus wurde eine gigantische Party. Hier die Kurzkritik.
Johannes Gansler


BrewSebs – Vorprogramm – Band aus Leipzig

Johannes Gansler ist ein guter Keyboarder mit exzellenten Ideen. Allerdings nimmt er sich mit der Besetzung, die ich in Altenburg hörte, zu viel vor. Wenn man wirklich Begehren, Illusionen und Analogien schildern will, wie behauptet wird, ist vor allem ein differenzierterer Sound nötig. Fazit: Gut gewollt, aber bei der Umsetzung kann noch allerlei verbessert werden.

Kees Schipper


Kees Schipper – Meisterschaft in R&B

Ein absolut professioneller R&B Gitarrist, routiniert, engagiert, begeisternd und humorvoll. Zudem ein exzellenter Sänger. Leider ist Kees Schippers nicht sehr bekannt, jedenfalls nicht in Deutschland. Bei ihm und seiner Band stimmt einfach alles – die jahrzehntelange Routine des Gitarristen, Sängers und Dozenten zahlt sich aus, zumal Schipper auf der Bühne niemals die Spontaneität verliert.

Das Publikum

Ungewöhnlich differenziert, zahlreich und tanzfreudig. Für Altenburg sensationell.

Altenburg: SPD-Stadtpolitik abgestraft

Der Pflasterstolperer hatte es munkeln hören: Die Politik der SPD im Rathaus und die für den Bürger vielfach unverständliche Haltung des SPD-Oberbürgermeisters würden bei der Wahl zum Stadtrat abgestraft. Demnach verliert die SPD vier Sitze im Stadtrat, die CDU gewinnt vier hinzu und entsendet nunmehr neun Vertreter in den Altenburger Stadtrat. Gelohnt hat sich’s auch für das Stadtforum, die „neuen Grünen“. Die sich als „Intellektuellen-Partei“ verstehende Gruppe kann mit drei Mitgliedern (zuvor ein Mitglied) in den Stadtrat einziehen. Für die mit viel Populismus angetretene Gruppe „Pro Altenburg“ blieb es bei sechs Sitzen – und einen Sitz gab es immerhin noch für die FDP (zuvor zwei). Die Linkspartei verlor einen Sitz und hat nun nur noch acht Mitglieder im Gemeinderat der Stadt Altenburg.

Quelle: Wahlen Thüringen.




Lange Enthaltsamkeit – und Altenburg

Über Kleinstädte zu schreiben, ist schwierig, weil man niemandem so recht aus dem Weg gehen kann. Man sieht sich stets irgendwo einmal wieder, und gelegentlich beobachtet man einander. Das wirkt hübsch friedlich, behindert aber auch das Ringen um eine bessere Zukunft. Gegenwärtig schreibe ich nicht über die Stadt, beobachte sie aber weiterhin.

Zumeist schreiben Menschen über Städte, die sei aus ihrem Innersten heraus kennen, die sie sozusagen „verinnerlicht“ haben. Doch ist das wirklich positiv zu bewerten? Gerade in Altenburg machte ich die Erfahrung, dass im Hirn der Bevölkerung zwei Seelen wohnen: Eine, die an bürgerlichen Traditionen anknüpft und konservativ in einem Sinne ist, dass „nur nichts verändert werden darf“. Andererseits eine Strömung, in der nach wie vor der kalte Wind des Sozialismus als Maßstab aller Dinge weht. Frischer Wind könnte nicht schaden in dieser Stadt.

Die Frage des Auswärtigen ist ja stets: „Was ist das Besondere? Was bewegt euch am meisten? Was sind die Alleinstellungsmerkmale dieser Stadt? Und, nicht zuletzt: Wo will diese Stadt in sechs Jahren (also jetzt 2020) sein?

Die Stadt hat wenig Antworten darauf. Ob die zerstrittenen Geschäftsleute in der Innenstadt, die Parteien oder die Interessengruppen, ja selbst der Oberbürgermeister: niemand kann genau sagen, wohin die Reise gehen soll. Tendenziell entwickelt sich Altenburg zur Dienstleistungs- und Touristenstadt, man wäre aber gerne auch Handels- und Industriestandort. Letzteres rückt in immer weitere Ferne, weil es kaum einen Sinn für Industrieunternehmen hat, sich in Altenburg anzusiedeln. Und der Handel? Der Konflikt zwischen dem innerörtlichen Handel und dem Handel „draußen auf der grünen Wiese“ ist immer noch nicht gelöst.

Die schönste Innovation an Altenburg der letzten Jahre ist die S-Bahn nach Leipzig. Da sie in beide Richtungen fährt, besteht etwas Hoffnung, die Altstadt mit Neubürgern zu beleben. Wünschenswert wäre es.

Der Zauberer von Oz – Grundschüler auf großer Bühne

Grundschüler auf der großen Bühne - in Altenburg


Die OVZ brachte heute einen sehr ausführlichen Artikel über die Aufführung des „Zauberers von Oz“ in Altenburg durch die Grundschüler der „Freien Grundschule Altenburg“. Ein Grund mehr für den Pflasterstolperer, noch einmal zu rekapitulieren, wo die Wurzeln des Zauberers liegen – und wie er sich auf die Zukunft dieser Stadt auswirken könnte.

Wer ist eigentlich der Zauberer von Oz?

Der Zauberer von Oz ist ein Buch des US-amerikanischen Autors Lyman Frank Baum, das bereits im Jahr 1900 erschien. In ihm spiegelt sich ein Teil der Konflikte des US-amerikanischen Volkes, es gilt aber ebenso als Beispiel für die „Kraft, die in dir steckt“. Damit erweist es sich als gutes Mittel, Schicksalsglaube und Zuweisung der Schuld an andere zu überwinden. Die Leitfigur, Dorothy, wird aus Zufall zur Heldin, und sie wird ihre Kraft später beweisen müssen, als sie mit einem Bauern ohne Verstand, einem Industriearbeiter ohne Herz und einem Löwen ohne Mut durch ein unbekanntes Märchenland reist. Alle wollen den Zustand, in dem sie leben, verändern. Dabei ziehen sie durch das Zauberland von Oz ebenso wie durch die Gebiete der Bösen Hexe des Westens, die ihr Volk knechtet und versucht, ihre vergängliche Macht durch die Kräfte des Bösen zu erhalten.

Allein der Zauberer von Oz soll ihr und den Freunden helfen können – doch dieser Zauberer existiert so wenig wie der „Wartesaal zum großen Glück“ oder die Hoffnung auf das Glück durch andere. Am Ende erkennen alle: Nur die Kraft, die in ihnen steckt, vermag ihr Leben zu verändern.

Den Zauber von Oz von Lyman Frank Baum kennt in den USA jedes Kind – so wie eigentlich jedes deutsche Kind „Alice im Wunderland“ kennen sollte – ein Buch, das wenig mit Disney, aber viel mit Selbstvertrauen zu tun hat. Oftmals heißt es, der Zauberer von Oz sei sozusagen dass US-amerikanische Äquivalent zur Alice.

Die Aufführung des Zauberers von Oz in Altenburg

Die Aufführung des Stücks am 11. Juli dieses Jahres im Landestheater der Stadt Altenburg durch Schüler der freien Rahn-Schule (Freie Grundschule Altenburg) brachte die Botschaft an Eltern, Kinder und andere Theaterbesucher. Mit Wort und Ton, Bewegung und Präsenz brachten die Grundschüler auf die Bühne, was manchem Altenburger heute noch fehlt: Die Kraft, selber etwas schaffen, verändern und zum Erfolg führen zu können. Die Botschaft ist überdeutlich: Man kann nicht warten, bis der große Zauberer die Veränderungen bringt – mag er nun aus dem Westen oder aus dem Osten kommen. Wer nicht Mut, Herz und Verstand in diese Welt einbringt, dessen Leben wird von den „bösen Hexen“ dieser Erde beherrscht.

Wichtig für die Zukunft der Stadt: Selbstbewusste Schüler

Eine solche Aufführung auf die Beine zu stellen, ist eine organisatorisch-künstlerische Leistung ohnegleichen. Sie zeigt, was alles möglich wäre, wenn man die Kräfte bündelt und so einsetzt, dass am Ende etwas Segensreiches entsteht. Eine Schule sollte etwas vollbringen, was über den Tag hinausweist, denn die Schüler werden in einigen Jahren Dinge verbringen, die unser aller Leben beeinflussen – sie es im Kleinen oder im Großen.

Ob der Zauber des Zauberers gewirkt hat? Die Eltern waren jedenfalls begeistert, die Schüler freuten sich über ihre großen Leitungen, die sie erstmals auf einer riesigen Bühne zeigen duften, und dies Lob gilt auch all den Menschen im Vordergrund und im Hintergrund, die dieses Werk auf die Bühne gebracht haben. Besonders zu loben ist die künstlerische Leiterin des Projekts, Anna Leis, die sichtlich ergriffen von der Aufführung war.

Bilder © 2012 by rosinentexte.de, altenburg, thüringen.

Zauberer von Oz: Die Hexe des Westens - am Ende machtlos

Auch Hexenkunst kann den Mut der Freunde nicht brechen


Die Hexe des Westens wehrt sich mit all ihren Legionen – doch am Ende wird sie durch den Mut der Freunde besiegt. Mut, Herz und Verstand sind stärker als die Kräfte des Schicksals – und gemeinsame lassen sich viele Ziele eben besser erreichen, als wenn man ganz auf sich gestellt ist.

Aus einer Aufführung des Zauberers von Oz. Ausführende: Schülerinnen und Schüler alle Klassen der freien Grundschule Altenburg.


Bilder © 2012 by rosinentexte.de, altenburg, thüringen.

Weiche Knie nach dem Besuch beim Zauberer von Oz

Mut, Kraft und Verstand sind gefragt - und wenn man alles zusammen nimmt, wird es auch gelingen.


Schwerer Auftrag für die Freunde – sie müssen noch die Böse Hexe des Westens besiegen – und die ersinnt allerlei Tricks, um die Freunde zu bekämpfen. Wird die Hexe am Ende siegen? Die Freunde bekommen weiche Knie, doch haben sie wohl keine andere Wahl, wenn sie ihre Ziele erreichen wollen.

Eine Aufführung der Grundschüler der ersten bis vierten Klasse der Freien Grundschule Altenburg - im Juli 2012 im Stadttheater zu Altenburg (Thüringen).

Bilder © 2012 by rosinentexte.de, altenburg, thüringen.